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Offenbar Aus für die bundesweite Homezone bei o2

Kunden werden ungefragt in die aktuellen Tarife umgestellt
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Der Münchner Mobilfunk-Netzbetreiber o2 will seine Alt-Tarife loswerden. Das Unternehmen schreibt derzeit Kunden, die einen aktuell nicht mehr vermarkteten Tarif nutzen, auf dem Postweg an und kündigt die Umstellung in ein aktuelles Preismodell des Unternehmens an. Bereits Ende Februar, voraussichtlich also in der nächsten Woche, soll die Änderung erfolgen. o2 will die Kunden per SMS darüber informieren, sobald der Tarif umgestellt wurde.

Der Netzbetreiber stellt die Zwangsmigration im Schreiben als Kundenwunsch nach Einfachheit und Übersichtlichkeit bei den Tarifen dar. Diesem käme man gerne nach. Die Kunden müssten nichts weiter unternehmen und die Vertragslaufzeit ändere sich nicht. Dreist ist die Behauptung: "Alles bleibt ... so, wie es ist, und Sie brauchen sich um nichts weiter zu kümmern."

o2 verschweigt Nachteile in den neuen Tarifen

Dabei geht o2 darüber hinweg, dass netzinterne Rufumleitungen in den aktuellen Tarifen nicht mehr kostenlos sind. Damit ist es unter anderem nicht mehr möglich, die Genion-Festnetznummern kostenfrei auf eine zweite SIM-Karte umzuleiten, so dass man bundesweit ohne Zusatzkosten zum Festnetz-Tarif erreichbar ist.

Ferner verteuern sich eingehende Anrufe auf den Genion-Festnetznummern für Kunden, die noch einen Genion-Profi-Vertrag nutzen, erheblich. Kosten diese im Genion-Profi-Tarif 6,2 Cent pro Minute, so werden hierfür in allen aktuellen Preismodellen minütlich 19 Cent berechnet. Damit werden auch die Kunden, die sich statt des Umleitungstricks eine offizielle Rufumleitung zum fairen Minutenpreis geleistet haben, bestraft. Die bisherigen Cityzonen gibt es nicht mehr und auch nicht alle Minutenpreise für abgehende Anrufe sind in den neuen Tarifen günstiger.

o2 hat für betroffene Kunden die kostenlose netzinterne Hotline unter der Rufnummer 55333 eingerichtet. teltarif-Lesern, die diese Nummer bereits gewählt haben, konnte jedoch nicht geholfen werden. Die alten Tarife seien nicht mehr verfügbar. Die einzige Alternative zum Tarifwechsel sei eine außerordentliche Kündigung. Bislang sind nicht alle Kunden mit einem Alt-Tarif von der Zwangsmaßnahme betroffen. Wer noch ein solches Preismodell nutzt, sollte in jedem Fall auch in der nächsten Zeit seinen Posteingang entsprechend prüfen. Eine Stellungnahme der o2-Pressestelle zu diesem Thema steht noch aus.

o2 sperrt Rufnummern von Sprach-Chat-Lines

Auch an anderer Stelle macht sich o2 derzeit bei einigen Kunden unbeliebt. Wie mehrere Leser berichteten, sind die Festnetznummern verschiedener Sprach-Chat-Lines aus dem o2-Netz nicht mehr erreichbar. Betroffen sind derzeit Rufnummern in den Ortsnetzen von Berlin und Hamburg, wie auch ein Test der teltarif.de-Redaktion gezeigt hat.

Wählt man eine der betroffenen Nummern an, so steht zunächst wie gewohnt "Rufaufbau" im Handy-Display. Nach wenigen Sekunden wird "getrennt" angezeigt. Betroffen sind neben Orginal-o2-Kunden auch Nutzer einer Tchibo-Vertrags- oder Prepaidkarte. Aus anderen Netzen waren die Rufnummern bei unseren Tests weiterhin erreichbar.

Es erscheint unwahrscheinlich, dass ausgerechnet Festnetznummern, die von einigen Kunden mit Handy-Flatrate möglicherweise stark frequentiert werden, aufgrund eines technischen Fehlers nicht erreichbar sind. Andere Festnetznummern aus den betroffenen Ortsnetzen sind weiterhin problemlos auch aus dem o2-Netz erreichbar.

Der Hintergrund könnte dagegen die Tatsache sein, dass die Kalkulation einer Handy-Flatrate für den Netzbetreiber nicht mehr aufgeht, wenn einige Kunden bestimmte Rufnummern besonders stark frequentieren. Somit liegt die Vermutung nahe, dass die Chat-Lines bewusst blockiert werden.

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