Vollzug

T-Home stellt geforderte TAL-Schaltkapazitäten bereit

"Jetzt sollen auch die Wettbewerber ihre Hausaufgaben machen"
Von Marie-Anne Winter

Gestern beschlossen, heute schon umgesetzt - T-Home jedenfalls meldete bereits Vollzug: Deutlich früher als gewünscht stellt das Unternehmen die von der Bundesnetzagentur geforderten Schaltkapazitäten von 330 000 Teilnehmer-Anschlussleitungen (TAL) für die letzte Meile zur Verfügung.

Dadurch sollen sich die Arbeitsrückstände signifikant reduzieren. Um die hohe Nachfrage nach DSL-Anschlüssen in Deutschland zu befriedigen habe T-Home alle Anstrengungen unternommen und bereits im Januar dem Wettbewerb deutlich mehr Teilnehmer-Anschlussleitungen bereit gestellt. Damit schaffe T-Home die Voraussetzung für die Versorgung der Kunden mit Breitband-Anschlüssen. "Wir sind sowohl bei den DSL-Anschlüssen als auch bei TAL der Spitzenreiter in Europa", sagte Timotheus Höttges, Vorstand T-Home, Sales & Services. "Das sieht man alleine schon daran, dass die Deutsche Telekom mit rund 6,4 Millionen TAL fast doppelt so viele an Wettbewerber vermietet wie Frankreich, Italien oder Großbritannien."

Trotz der von T-Home deutlich erhöhten Schaltkapazitäten kann es für die Kunden aber weiterhin zu Verzögerungen beim Anschluss von DSL kommen. Aus der Sicht von T-Home ist dann aber das Verhalten der Wettbewerber dafür verantwortlich, die immer noch deutlich mehr Anschlüsse als verabredet bei T-Home nachfragten. "Das neue Regime der Bundesnetzagentur wird von den Wettbewerbern noch nicht eingehalten", so Timotheus Höttges.

Das Problem Migrationsauftrag

Das TAL-Regime habe jahrelang funktioniert. Ursache für die Abweichung seien vor allem Aufträge, die durch eine Optimierung der Wettbewerber auf neue Vorleistungspartner im Rahmen der All-IP-Einführung begründet sind. Bei diesen so genannten Migrationsaufträgen handelt es nicht um DSL-Neuanschlüsse, sondern um den Wechsel von einem Vorleistungsprodukt zu einem anderen Vorleistungsprodukt. Damit optimieren die Betreiber ihre Vorleistungskonditionen bei Kunden, die bereits einen DSL-Anschluss bei einem Wettbewerber haben. Die Bundesnetzagentur hat zum TAL-Standardangebot ausdrücklich ausgeführt, dass eine Optimierung auf der Vorleistungsseite außerhalb des neuen Standard-Vertrages geregelt werden soll.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, die Anforderungen des Regulierers sind vorzeitig erfüllt", sagte Timotheus Höttges. "Jetzt sind die Wettbewerber dran". Um die Wartezeiten für den Kunden so kurz wie möglich zu halten, fordert T-Home die Wettbewerber auf, ihre Verträge zeitnah auf das neue TAL-Standardangebot umzustellen. Ferner müssen die Wettbewerber ihre Prozesse und ihre Planungsgenauigkeit verbessern und ihren Kunden klare Aussagen über Bereitstellungstermine machen. Dazu gehöre auch die Einhaltung der Planmengen und die gesonderte Absprache der Bearbeitung von Migrationsaufträgen.