Nachhaltigkeit

Nokia setzt auf mehr Nachhaltigkeit beim Handybau

Pläne als Dienste-Anbieter weit fortgeschritten
Von Björn Brodersen / Thorsten Neuhetzki mit Material von dpa
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Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine rosige Zukunft für die Mobilfunkbranche gemalt. "Gemeinsam kann unsere Industrie zu einer nachhaltigeren Welt beitragen", sagte er heute auf dem Kongress in seiner Keynote. Schon kleine Veränderungen im Produktionsprozess könnten in der Menge viel bewirken. Nokia selbst arbeitet laut Kallasvuo inzwischen an neuen und verschiedenen Wegen, neue Handys ressourcenschonender herzustellen. In Barcelona zeigte der Nokia-Chef zwar noch kein fertiges Endprodukt, dafür aber ein Konzept-Handy, das vollständig aus erneuerbaren Materialien bestehen sowie ein verlustfreies Ladegerät und nicht-toxische Eletronik besitzen soll.

Nokia hat große Pläne als Diensteanbieter

Nokia macht trotz Drohungen von Mobilfunkanbietern ernst damit, sich auch als Dienste-Anbieter zu etablieren. Das Portal Ovi, das im zweiten Quartal nach längerer Vorbereitung starten soll, werde dem Nutzer mit wenig Aufwand den Kauf von Musik, Spielen, Navigations-Diensten oder die Nutzung von Online-Netzwerken ermöglichen, sagte der zuständige Nokia-Bereichschef Niklas Savander der dpa auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona.

Einen Schwerpunkt setzt das Unternehmen auf Navigation per Handy und dabei auch auf den neuen Dienst für Fußgänger. "Ich sehe im Moment keinen Wettbewerber, der das sobald anbieten könnte", sagte Savander. Wege für Fußgänger zu berechnen sei schwieriger als für Autos. Unter anderem wird das gestern vorgestellte Handy Nokia 6210 Navigator diesen Dienst unterstützen. Den Marktanteil von zuletzt 40 Prozent sieht Savander als einen entscheidenden Faktor, um Nokia-Dienste schnell im Markt etablieren zu können.

Gegenüber Werbung auf dem Handy, die im Moment ein großes Thema in der Branche ist, zeigte sich Savander skeptisch. Es sei noch nicht klar, wie die Menschen darauf reagieren. So hätten Erhebungen gezeigt, dass sich die Nutzer von Werbung auf dem Handy schneller gestört fühlten als am PC. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns, damit Werbung zu nützlicher Information wird: Wenn ich hungrig bin, will ich keine Autowerbung sehen."

GPS in Nigeria nur roter Fleck auf weißer Fläche

Große Hoffnungen für zukünftiges Wachstum setzt Savander auf noch wenig erschlossene Gebiete vor allem in Afrika. "Die Menschen dort kennen das Internet noch gar nicht. Wir könnten uns also als Marke etablieren, die den Zugang zum Internet bringt." Allerdings müsse man in Kauf nehmen, dass die Menschen dort pro Monat vielleicht nur ein- zwei Euro für Telekom-Dienstleistungen ausgeben können. Auch seien weite Bereiche Afrikas für Navigationsdienste noch nicht erschlossen. "Wenn Sie zum Beispiel in Nigeria landen und ein GPS-Handy rausholen, sehen Sie nur einen roten Punkt auf einem weißen Bildschirm, weil es kein Kartenmaterial gibt."

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