Keynotes

Vodafone-Chef Arun Sarin plädiert für gemeinsame Standards

Der Nutzer soll bei mobilen Breitbanddiensten entscheiden, was er bekommt
Von Björn Brodersen
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Vodafone-Chef Arun Sarin hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona ein erfolgreiches Fazit für den vergangenen zwölf Monate gezogen und die Branche zu mehr Zusammenarbeit aufgerufen. "Wir haben enormen Fortschritt gemacht - und das ist erst der Anfang", sagte Sarin in seiner heutigen Keynote. Hohe Investitionen im Bereich der Breitband-Internetzugänge hätten sich ausgezahlt und die Kundenzahlen stiegen. "Die Kunden wollen schnelles drahtloses Internet", erklärte Sarin. "Und je simpler das Konzept, desto erfolgreicher verkauft sich das Produkt."

Dafür seien aber auch Bündelprodukte, einfach zu installierende Hardware wie etwa Plug-in-Play-Modems, günstige transparente Tarife und interessante Dienste. Wenn auch schon bald Datenübertragungsraten mehr als 14 MBit/s oder sogar 28 MBit/s möglich seien und die Kunden künftig mehr Bandbreite verlangten, so sei die Mehrzahl der Nutzer zurzeit noch mit einer Datenrate von etwa 1 MBit/s zufrieden. Wer auf HSDPA setze, sei auf dem richtigen Weg.

Weniger Betriebssysteme gefordert

Endlich sei die Nachfrage der Kunden nach mobilen Datendiensten da. Um diese Nachfrage noch weiter zu steigern, seien jedoch nicht nur schnelle Datenraten sondern einfache Bedienoberflächen der Geräte, ausdauernde Handyakkus und hochauflösende Displays. Apple habe bei der "User Experience" die Messlatte höher gelegt. Er plädierte in Barcelona dafür, die Zahl der Betriebssysteme von 30 auf vier oder fünf herunterzubrechen. "Ob Symbian, Android oder LiMo - das soll der Kunde entscheiden", meinte Sarin. Auch bei der Standardisierung für die mobile Datenübertragung setzte sich Sarin für Einheitlichkeit ein: WiMAX solle in Long Term Evolution (LTE) eingebunden werden. Zudem dürften die Märkte in den Schwellenländern nicht außer Acht gelassen werden.

Er rief die Mobilfunkbetreiber dazu auf, sich an der Entwicklung neuer Dienste für das mobile Breitband-Internet zu beteiligen. "Werden sie keine reinen 'Bit Pipes'", gab er am Ende den Branchenvertretern auf dem Mobile World Congress mit auf den Weg.

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