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Gefahren im Internet: Schüler wissen meist wenig über Datenschutz

Forderung nach Schulung im Informatikunterricht erneuert
Von dpa /
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Jugendliche sollten nach Meinung des Landesdatenschutzbeauftragten von Mecklenburg-Vorpommern, Karsten Neumann, besser auf die Gefahren des Internets vorbereitet werden. So plädiert Neumann dafür, im Informatikunterricht nicht nur technische Fertigkeiten zu vermitteln, sondern auch den sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten zu üben. "Junge Leute gehen sehr offen mit der modernen Technik um und merken dabei häufig gar nicht, wie sie sich selbst öffnen. Sie besitzen meist wenig Kenntnisse darüber, welcher Missbrauch mit persönlichen Daten betrieben werden kann", stellte Neumann im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa fest.

Der oberste Datenschützer des Landes sieht die Schulen in der Pflicht, über die Fallstricke im Internet aufzuklären. "Eltern kaufen zwar die Computer der Kinder, hinken im Umgang mit dieser Technik ihrem Nachwuchs aber meist weit hinterher. Sie können ihren Kindern kaum helfen, kompetent mit den neuen Medien umzugehen", sagte Neumann. Beratungsangebote gebe es zu wenig. "Häufig ist es, als setze sich ein 18-jähriger Fahranfänger in das schnelle Auto von Papa und brause mit Vollgas los."

Schüler seien sich oft nicht im klaren darüber, welche Folgen unbedachte Äußerungen etwa in Chat-Räumen haben könnten. Bilder und Wortbeiträge auf Internetplattformen würden oft gespeichert und seien lange abrufbar. Produktanbieter könnten zudem aus Selbstzeugnissen leicht Verbraucherprofile erstellen und gezielt werben. "Auch Erwachsene sollten sich etwa fragen, welchen Nutzen Anbieter von Payback-Karten daraus ziehen." Neumann, der sich aus Anlass des europäischen Datenschutztages am 28. Januar selbst an einer Schule in Löcknitz informiert hatte, regte regelmäßige Projekttage zu dem Thema an Schulen an. Seine Behörde werde dabei IT-Lehrern bei der Weiterbildung im Datenschutz behilflich sein.

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