Windows Vista

Ein Jahr Windows Vista - eine Zwischenbilanz

Begeisterung für den Windows-XP-Nachfolger blieb aus
Von Christian Horn
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Vor genau einem Jahr, am 30. Januar 2007, ging das Microsoft Betriebssystem Windows Vista an den Start. Dem Nachfolger von Windows XP gelang es aber nicht, die Herzen der Nutzer im Sturm zu erobern. Gesteigerte Hardware-Voraussetzungen erschwerten einen unkomplizierten Umstieg ohne Hardware-Aufrüstung oder Neukauf eines Rechners. Die Aero-Oberfläche mit transparenten Fenstern wurde zwar als ansehnlich, aber als nicht wirklich notwendig und zudem zu Ressourcen-intensiv eingestuft und die zunächst nur mangelhafte Verfügbarkeit von Treibern für Peripherie-Geräte und die oft schlechte Unterstützung vorhandener Applikationen brachten Windows Vista den Ruf einer Baustelle ein.

Microsofts Verkaufsargument, durch die Neukonzeption des Sicherheitssystems sei Windows Vista gegenüber Windows XP deutlich sicherer, fand zwar Zustimmung bei Experten. Gleichzeitig jedoch wurde die Benutzer-Unfreundlichkeit von Vista durch dauernde lästige Anfragen der neu eingeführten User Access Control (UAC) mit ihren oft schlecht übersetzten oder kryptischen Mitteilungen bemängelt.

Service Pack 1 für Vista vermutlich noch im ersten Jahresquartal

In dem Jahr nach dem Markstart von Vista hat sich zwar einiges getan, Software- und Hardware-Hersteller, die noch keine Vista-kompatiblen Treiber bereitgestellt hatten, haben diese mittlerweile nachgeliefert und Microsoft selbst hat mit verschiedenen Updates die Performace und Stabilität des Systems verbessert. Viele Nutzer und vor allem Unternehmen warten dennoch vor dem Umstieg auf Vista auf den ersten Service Pack (SP1) für das Betriebssystem, mit dem Unzulänglichkeiten des Systems auf breiter Front ausgebügelt werden sollen. Einen Veröffentlichungstermin für Vista SP1 hat Microsoft zwar noch nicht bekannt gegeben, allgemein wird jedoch mit einem Erscheinungsdatum noch im ersten Quartal des Jahres gerechnet.

Zur Verbreitung von Windows Vista hat bislang natürlich auch beitragen, dass neue Rechner üblicherweise mit Vista ausgeliefert werden. Bislang sollen etwa 100 Millionen Vista-Lizenzen verkauft worden sein. Unklar ist allerdings wie viele dieser Lizenzen tatsächlich in Gebrauch sind und wie viele Privatnutzer und Unternehmen die Downgrade-Option auf Windows XP nutzen und dem bekannten XP-System den Vorzug geben.

Vista-Nachfolger "Windows 7" ist schon in Arbeit

Microsoft arbeitet derweil schon am Vista-Nachfolger mit dem Codenamen "Windows 7". Bei der Entwicklung von Windows 7 will sich Microsoft mehr beeilen als bei der Vista-Entwicklung. Die Entwicklung von Vista hatte, von Verzögerungen überschattet, fünf Jahre gedauert. Für die Entwicklung des Vista-Nachfolgers hat Microsoft Berichten zufolge etwa drei Jahre veranschlagt, wodurch mit einem Erscheinungsdatum voraussichtlich im Jahr 2010 gerechnet werden könne.

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