Handy-TV

Vodafone: Neue Handy-TV- und IPTV-Features auf der CeBIT

Bessere MobileTV-Qualität und digital-terrestrisches Fernsehen auf Mobiltelefonen
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Das Mobilfunk-Unternehmen Vodafone baut sein Handy-TV-Angebot zur CeBIT durch eine Verbesserung der Bildqualität, zahlreiche neue Features und interaktive Funktionen aus. Zusätzlich werden neue Angebote und Übertragungsmöglichkeiten in Hannover präsentiert. Vodafone-Kunden profitierten etwa durch ein neuartiges Kompressionsverfahren (H.264) mit QVGA-Auflösung von Qualitätsverbesserungen beim mobilen Fernsehen. Zusätzliche Kosten für den Kunden entstünden nicht. Die neue Technik sei für alle Endgeräte mit H.264-, HSDPA und Q-VGA-Support automatisch verfügbar, hieß es.

Das Unternehmen habe zudem den MobileTV-Player weiter verbessert: So seien alle Bewegtbilddienste, also etwa TV, Video oder User Generated Content in Kürze, unabhängig von der jeweiligen Technologie, über den gemeinsam genutzten Player auf dem Handy verfügbar.

DVB-T-Empfang auf dem Handy

Wie das digital-terrestrische Antennenfernsehen auf Handy-Displays aussieht, führt Vodafone als technisches Pilotprojekt auf der CeBIT vor. Damit können alle vom "klassischen" DVB-T bekannten Fernsehkanäle auf Mobiltelefonen empfangen werden. In entsprechend versorgten Gebieten profitieren Nutzer von einer sehr hohen Bildqualität, heißt es.

Mit dem Pilotprojekt "Vodafone Interactive TV" lasse sich zudem das mobile Fernsehangebot von Vodafone nicht mehr nur unterwegs auf dem Handy nutzen, sondern auch als Internetfernsehen auf den Webseiten des Vodafone-live!-Portals. Im Vordergrund des neuen Angebotes stehe die Konvergenz zum MobileTV: Bestimmte TV-Inhalte stünden sowohl unterwegs auf dem Handy, als auch zu Hause auf dem PC zur Verfügung. Unter www.vodafonelive.de [Link entfernt] sei der Pilot mit einer Auswahl von aktuellen Handy TV-Kanälen aus dem Vodafone-live!-Portal nutzbar.

Die neuen Video on Demand-Angebote von Vodafone lassen sich ebenfalls sowohl per Handy als auch über das Internet nutzen und werden auf der CeBIT als Showcase vorgestellt. Hier gehören nicht nur Kinofilme zum Angebot, sondern auch TV-Serien oder lokale Sendungen. Geplant sei eine nutzungsabhängige Preisgestaltung ohne Abogebühren: Nutzer können über kostenlose werbefinanzierte Inhalte in Angebote hineinschnuppern, die Buchung erfolgt dann per Einzelabruf. Interaktive Features wie Communities, Bewertungen oder Themenchats sorgen für zusätzliche Attraktivität.

Handy-TV-Betreiber Mobile 3.0 dämpft Erwartungen

Die eigenen Erwartungen etwas gedämpft hat dagegen der DVB-H-Betreiber Mobile 3.0. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, relativierte Rudolf Gröger, Präsident von Mobile 3.0 und früherer o2-Chef in Deutschland, die Ziele. Gröger sagte, der Weg zum Handy-TV sei noch in vielen Fragen offen. So seien beispielsweise noch keine Sendemasten ausgerüstet. Entsprechende Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. Mobile 3.0 verhandelt über den Netzbetrieb mit der ehemaligen Telekom-Tochter Media-Broadcast GmbH, die an das französische Unternehmen TDF verkauft wurde.

Das Sendenetz soll bis zum Ende 2008 zunächst alle 16 deutschen Landeshauptstädte abdecken. Zur Fußball-EM, dem ursprünglichen Termin für den Showdown, sei das Handy-TV im DVB-H-Modus höchstens in Ballungszentren wie München, Berlin oder Hamburg zu empfangen. Erst bis Ende 2009 sollen rund 40 Prozent der Bevölkerung Handy-TV empfangen können, bis Ende 2010 sollen es 50 Prozent sein.

Der weitere Netzausbau ist nicht zuletzt vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens abhängig. Das bisher einige in Deutschland kommerziell verfügbare mobile Fernsehen, das der Mobile-3.0-Gesellschafter MFD auf Basis des mit DVB-H konkurrierenden DMB-Standards veranstaltet, hat bislang lediglich Abonnentenzahlen im unteren fünfstelligen Bereich.

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