Nachgerechnet

Nachgerechnet: Lohnt sich die Festnetz-Flatrate wirklich?

Gerade Wenignutzer können mit Call by Call mehr sparen als mit einer Flatrate
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Telefon-Flatrate-Tarife gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Fast alle Vollanschlussanbieter auf dem deutschen Markt bieten eine Pauschale für Gespräche ins deutsche Festnetz an. Mit einer solchen Flatrate können die Kunden zu einem Festpreis zu einem von ihnen gebuchten Ziel telefonieren ohne Mehrkosten befürchten zu müssen. Auch die Deutsche Telekom steht dem in nichts nach und bietet Flatrate-Tarife an - sowohl für innerdeutsche Festnetzgespräche, als auch für Gespräche ins Ausland oder zum T-Mobile-Netz. Doch viele Kunden buchen eine Flatrate, ohne dass sie diese wirklich benötigen. Günstiger wäre es hier oftmals, per Call by Call zu telefonieren.

Unbestritten ist: Wer eine Familie mit vielen Kindern hat, die oft und gerne zum Telefon greifen oder auch viele Dauergespräche führen und dadurch hohe Kosten verursachen, für den ist ein Pauschaltarif durchaus sinnvoll. Doch wer als Single in seiner Wohnung lebt, wenig telefoniert oder vielleicht sogar bei seinem Mobilfunkanbieter schon eine Flatrate wie Maxx, Base oder die Superflat gebucht hat, der benötigt keine Festnetzpauschale. Auch für ein oder zwei Gespräche in der Woche zu einem Handy oder ins Ausland lohnt sich keine Flatrate. Durch einige Rechenbeispiele wollen wir Ihnen aufzeigen, wann sich Call by Call gegenüber einer Flatrate durchaus lohnen kann.

Statt Bündelpaketen lieber Einzelkomponenten

Lohnt sich eine Telefonflatrate? Call&Surf Comfort von T-Home, der Festnetzsparte der Telekom, beinhaltet nicht nur eine DSL-Flatrate mit bis zu 6 MBit/s im Downstream, sondern auch einen Analoganschluss samt Flatrate für Gespräche ins Festnetz. Bei der Telekom allerdings fallen für Gespräche zu vielen Festnetzanschlüssen die bei alternativen Anbietern geschaltet sind, zusätzliche Kosten von 0,21 Cent pro Minute an. Doch viele Kunden benötigen diese Flatrate gar nicht, zahlen sie aber Monat für Monat mit und überweisen der Telekom mindestens 39,95 Euro. Wer sich aber einen CallPlus-Anschluss der Telekom zusammen mit DSL 6000 von congstar bucht, zahlt monatlich 5,60 Euro weniger und ist zudem nicht an zwei Jahre Vertragslaufzeit gebunden. Allerdings liegen die Bereitstellungskosten knapp 50 Euro über denen des Telekom-Bündels.

Für 5,60 Euro Ersparnis können die Kunden immerhin schon 330 Minuten ins deutsche Festnetz telefonieren, nimmt man einen Minutenpreis von 1,7 Cent an. Dieser Preis ist bei Call-by-Call-Anbietern ein Wert, bei dem es durchaus konstante Anbieter gibt, die nicht häufig ihre Tarife wechseln. Wer sich indes häufiger über Call-by-Call-Tarife informiert, der kann noch günstigere Minutenpreise annehmen. Am Abend und am Wochenende kann durch einen angenommenen Minutenpreis von 1 Cent sogar 560 Minuten telefoniert werden, bis man den Punkt erreicht, an dem sich eine Flatrate gelohnt hätte. 560 Minuten sind immerhin mehr als 9 Stunden im Monat. Übrigens: Wer keine Bandbreite von6 MBit/s benötigt, kann durch die Kombination des CallPlus-Tarifes mit Firelines DSL Home und DSL Bestsurf die Ersparnis gegenüber Call&Surf Comfort auf 12,73 Euro steigern. Hier wäre sogar eine VoIP-Festnetz-Pauschale inklusive.

Telekom-Flatrate ohne DSL

Nicht jeder Kunde benötigt einen DSL-Anschluss oder kann DSL bestellen. Diesen Kunden verkauft die Telekom dann gerne den Tarif XXL Fulltime. Dieser kostet mit 35,95 Euro regulär mittlerweile fast so viel wie ein Bündel-Anschluss mit DSL von der Telekom. Gegenüber dem normalen Telefonanschluss CallPlus zahlen die Kunden 19,58 Euro mehr für die Deutschland-Flatrate. Wer sich hier statt für die Flatrate für eine minutenbasierte Abrechnung per Call by Call entscheidet, kann bei angenommenen 1,7 Cent pro Minute 1150 Minuten telefonieren, bis sich die Flatrate lohnt. Das sind stolze 19 Stunden im Monat. In Wirklichkeit ist die Stundenanzahl noch weitaus höher. Denn die tatsächlichen Preise für Ferngespräche liegen derzeit weit unterhalb der genannten 1,7 Cent pro Minute. Wer etwa nur am Abend telefoniert, kommt mit Minutenpreisen von weniger als 1 Cent gut weg.

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