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EU droht mit weiterer Regulierung der Roaming-Preise

Telekom-Kommissarin Reding kritisiert Abrechnung im Minutentakt
Von Björn Brodersen
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Die EU-Kommission will bis Ende dieses Jahres entscheiden, ob sie weitere Eingriffe in den Mobilfunkmarkt vornimmt. Nachdem sie den Mobilfunkanbietern im vergangenen Jahr schon Höchstgrenzen für grenzüberschreitende Handy-Telefonate innerhalb der EU vorgeschrieben hat, bewertete Telekom-Kommissarin Viviane Reding heute in Brüssel die aktuellen Roaming-Preise weiterhin als zu hoch. Sie kritisierte vor allem die Abrechnung der Gespräche im Minutentakt: "Zum Beispiel wird einem Kunden für ein 20-Sekunden-Gespräch eine ganze Minute berechnet."

Ins Visier hat die EU-Kommissarin auch die Preise für den SMS-Versand und mobile Datendienste im Ausland genommen. Falls die Mobilfunk-Betreiber ihre Roaming-Preise für Kurznachrichten und Daten nicht bald von sich aus deutlich senken sollten, droht eine weitere Regulierung des Marktes. Als erster deutscher Netzbetreiber reagierte das Münchener Unternehmen o2 mit Preissenkungen zum Februar für den Mitteilungsversand und für die mobile Internetnutzung im Ausland. Die Tarife fallen nach Angaben des Anbieters um bis zu 46 Prozent.

Mittlerweile dürfen die Mobilfunkanbieter nicht mehr als 58,31 Cent pro Minute für abgehende Handy-Gespräche und 28,56 Cent für ankommende Telefonate im Ausland verlangen. Im August dieses Jahres werden diese Maximalwerte weiter auf 54,74 Cent bzw. 26,18 Cent sinken. In einem Gastkommentar auf teltarif.de zum Thema 10 Jahre Tk-Marktliberalisierung hatte Reding kürzlich die Tk-Anbieter aufgefordert, mehr als bisher die Kunden nicht durch vertragliche Klauseln sondern durch attraktive Leistungspakete auf Dauer an sich zu binden.

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