Hardware-Pflicht

MoobiCent: HSDPA-Flatrate wird zum Volumentarif

Außerdem kein SIM-only-Angebot mehr erhältlich
AAA
Teilen

Vor wenigen Tagen berichteten wir über die Verkürzung der Mindestvertragslaufzeit beim HSDPA-Datentarif von MoobiCent von 24 auf vier Monate. Dadurch sind die Kunden nun deutlich flexibler als bisher, wenn sie den Tarif nur hin und wieder, nicht aber über einen längeren Zeitraum benötigen. Gleichzeitig kündigte der Anbieter eine Preiserhöhung für die angebotenen HSDPA-Modems an. Diese kosten nun 149 statt bisher 99 Euro oder können über zwei Jahre über eine Monatsgebühr von 6,20 Euro abbezahlt werden.

Weniger erfreulich für Kunden, die bereits eine Laptop-Modemkarte oder ein UMTS-Handy, das als Modem genutzt werden kann, haben: MoobiCent bietet den Tarif nicht mehr als SIM-only-Variante an. Wer sich für den Tarif entscheidet, muss somit zwingend auch eines der Modems kaufen, die der Anbieter derzeit offeriert.

Wie erwähnt fallen über zwei Jahre für das Modem jeden Monat 6,20 Euro an. Somit erhöhen sich die Gesamtkosten für das Paket von 39,95 auf 46,15 Euro. Legt man den Kaufpreis für das Modem auf die neue Mindestvertragslaufzeit von vier Monaten um, so zahlt man in diesem Zeitraum nun monatlich stolze 77,20 Euro für MoobiCent.

Dadurch, dass der Victorvox-Reseller seinen Tarif nur noch mit Hardware anbietet, eignet sich das Angebot auch nicht mehr für Kunden, die nur hin und wieder im Vodafone-HSDPA-Netz surfen wollen. Bestellt man nach einer Kündigung später neu, so müsste ein zweites Modem angeschafft werden, das der Kunde naturgemäß nicht benötigt.

Volumentarif ohne genaue Grenze

Neu sind auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für den als Flatrate beworbenen MoobiCent-Tarif. Darin schränkt der Anbieter nun erstmals auch offiziell die Nutzung ein, nachdem sich schon in den vergangenen Monaten zahlreiche Kunden darüber beschwert hatten, dass sie plötzlich nur noch über GPRS im GSM-Netz surfen konnten, statt über UMTS und HSDPA online zu gehen.

Unter anderem heißt es in den AGB: "Unbeschadet anderer gesetzlicher Vorschriften ist Victorvox berechtigt, die Inanspruchnahme ihrer Leistungen ganz oder teilweise zu verweigern (Sperre), ... wenn der Dienst im Ganzen oder gegenüber einzelnen Teilnehmern durch unsachgemäße (z. B. einer extrem über das übliche Maß hinausgehenden) oder missbräuchliche Nutzung durch den Kunden gestört ist oder eine solche Störung droht." Wie hoch das "übliche Maß" ist, beantwortet der Provider jedoch nicht.

Geschwindigkeits-Drosselungen schon ab mehr als 10 GB Volumen

Gegenüber teltarif.de erklärte MoobiCent vor einigen Monaten, von Drosselungen seien ausschließlich Poweruser betroffen, die sehr hohe Datenmengen verbrauchen. Konkret war hier von einem monatlichen Volumen im dreistelligen GB-Bereich die Rede. Leser erklärten jedoch unterdessen, auch bei einem Verbrauch in der Größenordnung von 10 bis 30 GB gesperrt worden zu sein.

MoobiCent ist somit allenfalls dann empfehlenswert, wenn man ohnehin ein neues Modem für das mobile Internet benötigt und in der Regel mit der übertragenen Datenmenge deutlich unter 10 GB im Monat bleibt. 5-GB-Tarife gibt es jedoch auch direkt von den drei deutschen Mobilfunk-Netzbetreibern, die derzeit bereits HSDPA anbieten. Während T-Mobile und Vodafone dafür rund 50 Euro im Monat berechnen, ist das o2-Angebot schon für 25 Euro im Monat zu bekommen.

Teilen