enttäuschend

FTD: Apple iPhone in Deutschland bislang ein Ladenhüter

Laut Branchenberichten werden pro Tag nur 700 iPhones verkauft

T-Mobile setzt große Erwartungen in die exklusive Vermarktung des Apple iPhones. Vor allem das Geschäft mit mobilen Datendiensten soll angekurbelt werden, verspricht doch das Kulthandy das "echte" Internet auf dem Handy-Display. Allerdings läuft die Vermarktung in Deutschland offenbar nicht so erfolgreich wie beispielsweise in den USA.

Apple iPhone 8GB

So war schon zum Verkaufsstart am 9. November die Euphorie nicht ganz so groß. Eigentlich sollten Shuttle-Busse aus mehreren deutschen Städten iPhone-Fans in den Kölner Telekom-Shop fahren, wo der Verkauf schon um Mitternacht begann. Wegen zu geringer Nachfrage wurde diese Aktion wieder gestrichen, so dass Apple-Fans, die ihr iPhone direkt zum Vermarktungsstart kaufen wollten, auf eigene Faust nach Köln reisen mussten.

Nur am ersten Tag gab es fünfstellige Verkaufszahlen

Zwischen 10 000 und 15 000 iPhones wurden am 9. November verkauft. Inzwischen soll sich die Zahl aber bei nur rund 700 Geräten pro Tag eingependelt haben, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD [Link entfernt] ) unter Berufung auf Branchenkreise. Von anderen Top-Geräten würde die Telekom-Mobilfunktochter hingegen weiterhin fünfstellige Zahlen pro Tag verkaufen.

Die Telekom-Mobilfunktochter kommentiert die Gerüchte zu den Verkaufszahlen nicht, räumt aber dem FTD-Bericht zufolge ein, dass das iPhone derzeit weniger als zwei Prozent aller verkauften Handys ausmacht. Das dürfte deutlich weniger sein, als von T-Mobile erwartet wurde.

Allerdings macht es T-Mobile potenziellen Interessenten auch nicht gerade leicht. Das iPhone kostet immerhin stolze 399 Euro mit Vertrag - und dieser schlägt auch noch mit mindestens 49 Euro monatlicher Grundgebühr zu Buche. Dafür bekommen die Kunden jeden Monat 100 Gesprächsminuten in alle Netze, 40 SMS und eine Internet-Flatrate für GPRS, EDGE und WLAN von T-Mobile. GPRS und EDGE können im Rahmen des Tarifs nur am iPhone genutzt werden, lediglich der WLAN-Zugang steht an Hotspots auch mit dem PC oder Mac zur Verfügung.

Wochenend-Flatrate als zusätzlicher Kauf-Anreiz

Um die offenbar eher schleppenden Verkaufszahlen etwas anzukurbeln, gibt es seit Monatsbeginn außerdem eine Wochenend-Flatrate für netzinterne Gespräche und Telefonate ins deutsche Festnetz. Davon profizieren Neu- und Bestandskunden. Außerdem hat T-Mobile im Weihnachtsgeschäft die Anschlussgebühr gestrichen. Ob sich dadurch die Absatzzahlen verbessern, bleibt abzuwarten.

Recht erfolgreich war offenbar der Verkauf des iPhones ohne Vertrag und ohne SIM-Lock. Trotz des hohen Preises von 999 Euro interessierten sich zahlreiche Apple-Fans für ein solches Gerät. Nicht zuletzt nutzten iPhone-Interessenten aus dem benachbarten Ausland, wo das Musikhandy größtenteils erst im kommenden Jahr auf den Markt kommt, die Gelegenheit, schon jetzt ein Apple-Handy zu bekommen.

iPhone ohne Vertrag und SIM-Lock nicht mehr erhältlich

Nachdem T-Mobile erfolgreich gegen die von Vodafone erwirkte Einstweilige Verfügung gegen die Vermarktungspraxis für das iPhone vorgegangen war, stellte das Unternehmen den freien Verkauf kurzfristig wieder ein. So kann seitdem auch der Service-Provider debitel seine iPhone-Verträge nicht mehr anbieten. debitel-Kunden mussten sich nämlich vor dem Vertragsabschluss ihr Handy bei T-Mobile besorgen, was nun nicht mehr möglich ist.

Allerdings dürfte gerade auch das debitel-Angebot T-Mobile ein Dorn im Auge gewesen sein, sehen doch die Verträge mit Apple keine iPhone-Vermarktung über Provider oder Elektronikmärkte vor. Immerhin ist nun wieder der Apple-Händler Gravis als Vermarktungspartner im Gespräch, so dass wieder etwas Bewegung in den Markt kommen könnte.

iPod-Touch-Fans könnten profitieren

Ob sich die Absatzzahlen auf diesem Weg deutlich steigern lassen, muss freilich abgewartet werden. Auch bei Gravis gäbe es das Gerät nur mit den bekannten T-Mobile-Verträgen. So sollte es für Interessenten fast egal sein, ob sie ihren Vertrag bei Gravis oder in einem Telekom-Shop abschließen. Profitieren könnten von dem Deal die Käufer eines iPods Touch. Im Gegenzug zum iPhone-Verkauf bei Gravis ist nämlich eine WLAN-Internet-Flatrate von T-Mobile als Option für den iPod Touch im Gespräch.

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