Überblick

Call by Call: Festnetzgesprächspreise derzeit auf Discount-Niveau

Ferngespräche kosten zu fast jeder Uhrzeit 1 Cent oder weniger
Von Thorsten Neuhetzki
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So billig wie in diesen Tagen war das Telefonieren mit Call-by-Call-Vorwahlen schon lange nicht mehr. Zahlreiche Anbieter versuchen, sich auf die vorderen Plätze in den Tariftabellen zu zwängen. Das führt zu einem gegenseitigen Unterbieten und Minutenpreisen, wie es sie schon lange nicht mehr gab. Aktuell müssen die Kunden nur noch werktags zwischen 15 und 17 Uhr mehr als 1 Cent pro Minute zahlen. Doch wer die absolut billigsten Vorwahlen nutzt, sollte auch Acht geben: Die Tarife können sich jederzeit ändern und wer über die billige Zeitzone hinaus telefoniert, zahlt zu viel.

Zwischen 9 Uhr und 15 Uhr können die Kunden über die 010090 von Ventelo für aktuell gerade einmal 0,93 Cent pro Minute ein Ferngespräch führen. Ab 15 Uhr steigt dieser Tarif dann zwar auf 1,34 Cent pro Minute, die 010090 bleibt jedoch Spitzenreiter in der Tabelle und bis 18 Uhr günstig. Zwischen 17 und 18 Uhr sinkt der Preis wieder auf 0,93 Cent pro Minute. Wer aber die Vor-Vorwahl nach 18 Uhr nutzt, der zahlt mit 3,9 Cent pro Minute deutlich zu viel. Auch Kunden, die kurz vor 18 Uhr die 010090 nutzen und dann über die 18-Uhr-Grenze hinaus telefonieren, müssen diesen teuren Tarif zahlen.

Dass es für diesen Tarifsprung um 18 Uhr keine Begründung durch veränderte Einkaufskonditionen gibt, zeigt Ventelo mit einer weiteren Marke: Punkt 18 Uhr wird der Ableger Epag mit der Netzkennzahl 01052 billig. 0,44 Cent pro Minute zahlen die Kunden, nutzen sie die 01052 für Ferngespräche. Dieser Preis gilt den ganzen Abend über bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr. Auch hier gilt: Vor 18 Uhr und nach 8 Uhr morgens ist der Anbieter mit 4,89 Cent pro Minute deutlich zu teuer.

Weder die 010090 noch die 01052 haben eine Tarifansage. Hier gilt es also, besonders aufmerksam die Tarife des Anbieters zu verfolgen. Wem Telefonate ohne Tarifansage zu unsicher sind, für den empfiehlt sich die Nutzung der 010017. Dieser zu 3U gehörende Anbieter berechnet aktuell für Ferngespräche rund um die Uhr 1,64 Cent pro Minute. Übrigens: Auch bei Mobilfunkgesprächen lässt sich sparen: 01038 und 01052 berechnen aktuell nur knapp 7,8 Cent pro Minute, 01097 mit Tarifansage nur 9,66 Cent pro Minute. Auch hier gilt, dass ein regelmäßiges Überprüfen der Tarife wichtig ist.

Ortsgespräche teurer als Ferngespräche

Wer ein Gespräch zu einem Anschluss in seinem eigenen Ortsnetz führen will, für den gelten die genannten Discount-Tarife nicht. Ortsgespräche sind aktuell zum Teil teurer als Ferngespräche. Das liegt unter anderem an schlechteren Einkaufskonditionen für Ortsgespräche. Dennoch lässt sich auch hier Geld sparen. Tagsüber bis 19 Uhr ist die 01079 (star79, Ventelo-Gruppe) mit maximal 1,46 Cent pro Minute günstig, nach 19 Uhr berechnet Tele2 mit der 01013 aktuell 0,63 Cent pro Minute. Der letztgenannte Tarif übersteigt bis Ende des Monats die Schwelle von 0,65 Cent pro Minute garantiert nicht. Zudem wird es bis Ende des Jahres hier keinen Minutenpreis oberhalb von 0,98 Cent pro Minute geben.

Noch günstigere Anbieter im Tarifrechner

Mit den genannten Preisen sind die absoluten Tiefstpreise noch nicht erreicht. Für einzelne Stunden gibt es Anbieter die noch marginal unter den genannten Tarifen liegen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und weil die Zeitfenster oftmals sehr kurz beschnitten sind und die Minutenpreise in der darauffolgenden Stunde wieder deutlich steigen, haben wir sie an dieser Stelle nicht genannt. Sie sind aber in unserem Tarifrechner abrufbar. In diesen sollten Sie auch regelmäßig schauen, wenn Sie die Discount-Vorwahlen nutzen. So können Sie sich vor unliebsamen Preissprüngen schützen.

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