Ausbau

HanseNet will Innenstadt in Hamburg mit 100 MBit/s versorgen

Eigenes Glasfasernetz soll auch der Konkurrenz zugänglich sein
Von Thorsten Neuhetzki
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Als erster bundesweit tätiger Telekom-Konkurrent will HanseNet unter seiner DSL-Marke Alice eine gesamte Innenstadt mit einem eigenen Glasfasernetz bedienen. Wie das Wirtschaftsmagazin Capital in seiner Online-Ausgabe berichtet, plant das Unternehmen in der City von Hamburg bald 15 000 Häuser mit deutlich mehr als 100 000 Haushalten mit einer direkten Glasfaseranbindung zu versorgen. Das macht es leichter, Kunden für neue Angebote wie Internetfernsehen und Videokonferenzen zu werben.

HanseNet vermarktet dann Online-Anschlüsse mit rund 100 MBit/s. Der Ausbau ist für HanseNet-Geschäftsführer Harald Rösch ein Test, bevor er weitere Hamburger Ortsteile und andere Städte an die eigene Infrastruktur anschließt. Bundesweit hat HanseNet durch die Übernahme von AOL 2,2 Millionen DSL-Kunden - nur die Telekom und United Internet (1&1) haben mehr Verträge.

HanseNets Pläne richten sich direkt gegen die Deutsche Telekom. Dem Ex-Monopolisten drohen damit weitere Kundenverluste in Deutschlands zweitgrößter Stadt. Dort ist bereits jetzt rund jeder zweite DSL-Nutzer Kunde von HanseNet. Bislang versorgt die Telecom-Italia-Tochter ihre Kunden mit DSL und Telefonie über die Kupferleitungen der Deutschen Telekom. Dafür erhält der Bonner Telekom-Konzern derzeit etwa 12,50 Euro brutto im Monat pro Leitung. Bei jedem Kunden, dessen Online-Anschluss künftig über das neue HanseNet-Netz läuft, entfällt diese Zahlung dagegen. Zudem will HanseNet seine Glasfaserleitungen auch weiteren Konkurrenten der Deutschen Telekom wie Arcor oder freenet zugänglich machen. Damit will Firmenchef Rösch die Investitionen von voraussichtlich mehr als 50 Millionen Euro wieder reinholen.

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