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Wie "flat" ist die HSDPA-Flatrate von MoobiCent wirklich?

Anbieter bestätigt Performance-Probleme bei Powerusern

Im Frühjahr ging MoobiCent als erste HSDPA-Flatrate auf dem deutschen Mobilfunk-Markt an den Start. Einen mobilen Internet-Pauschaltarif gibt es zwar schon seit 2005 von E-Plus. Der Düsseldorfer Netzbetreiber führt aber erst ab dem kommenden Jahr HSDPA in seinem Netz ein, so dass die Bandbreite derzeit bei maximal 384 kBit/s liegt. MoobiCent nutzt als Reseller von Victorvox das Vodafone-Netz, das in weiten Bereichen schon Bandbreiten von 3,6 MBit/s im Downstream ermöglicht. Punktuell gibt es sogar schon eine Erweiterung auf 7,2 MBit/s.

Der Plan, eine echte Flatrate im Vodafone-Netz anzubieten, ist ehrgeizig. Es gibt keinen vergleichbaren Tarif von Netzbetreiber selbst. Die RadiCens GmbH, die den MoobiCent-Tarif vermarktet, erklärte gegenüber teltarif.de, das Angebot habe erst nach harten Verhandlungen realisiert werden können. Ferner handele es sich natürlich - wie bei allen Flatrates - um eine Mischkalkulation. Sprich: MoobiCent benötigt in jedem Fall auch Gelegenheitsnutzer, um das Datenvolumen, das Poweruser übertragen, auszugleichen.

MoobiCent zeigt sich mit der Produkt-Entwicklung zufrieden

Prinzipiell sei man mit der Entwicklung des Produktes sehr zufrieden. MoobiCent erklärte gegenüber teltarif.de auch, es handele sich in der Tat um eine "echte Flatrate" und nicht um eine Fair-Flat, wie sie von Vodafone selbst und auch von T-Mobile und o2 angeboten wird. Auch Kunden, die sich bei der Datennutzung monatlich im unteren zweistelligen Gigabyte-Bereich bewegen, sind somit gern gesehene Kunden - auch wenn die Nutzung ganz sicher überdurchschnittlich sei.

MoobiCent habe aber auch einige wenige Kunden, die sich regelmäßig monatlich im dreistelligen Gigabyte-Bereich bewegen. Von solchen Kunden gab es in jüngster Vergangenheit vereinzelt Beschwerden über Performance-Einbußen. Anstelle einer DSL-ähnlichen Verbindung gleiche die Kapazität einem analogen Modem. RadiCens bestätigte gegenüber teltarif.de, dass solche Nutzer derzeit Performance-Probleme haben. Dies werde auch vom Netzbetreiber mit gesteuert. Keine Angaben konnte oder wollte das Unternehmen dazu machen, wie umfangreich die Nutzung sein muss, um von einer solchen Beeinträchtigung betroffen zu sein und wer für die Drosselung schlussendlich verantwortlich ist.

Geschwindigkeitsbegrenzung bei Vielnutzern nicht dauerhaft

Wie der Anbieter weiter erklärte, soll die Einschränkung nicht dauerhaft bestehen bleiben. Allerdings wollte RadiCens keine genauen Angaben dazu machen, wann die Nutzer wieder mit voller Geschwindigkeit surfen und Downloads vornehmen können. Ersten Kundenberichten zufolge steht der Betreiber aber Kunden, die ihren Anschluss wegen der reduzierten Bandbreite kündigen wollen, nicht im Wege.

Als Alternative für eine Flatrate gibt es allerdings nach wie vor nur die Angebote im E-Plus-Netz. Hier gab es bislang keine Berichte über Leistungsbeeinträchtigungen bei einzelnen Kunden. Dafür hat der Betreiber mit Netzproblemen zu kämpfen. Abhilfe sollen Netz-Erweiterungen schaffen, die E-Plus bereits angekündigt hat.