Pfadfinder

Navigationsgeräte: Vom Wegansager zum Universal-Helfer

Alle sechs Monate eine neue Geräte-Generation
Von ddp / Marie-Anne Winter

Gerade erst gekauft und schon veraltet. So kommt es nicht wenigen Käufern vor, die noch vor Jahresfrist einen elektronischen Wegweiser fürs Auto gekauft haben. Etwa alle sechs Monate kommt eine neue Navi-Generation auf den Markt. Mittlerweile zeigen die Geräte mit GPS-Empfang die Position metergenau, und das auch in engen Straßenschluchten. In wenigen Sekunden berechnen sie die kürzeste oder schnellste Route. Jetzt versuchen die Navi-Hersteller, ihre Kunden mit Extras zu begeistern.

Unabhängig von den elektronischen Zugaben: Knackpunkt der Geräte ist das enthaltene Kartenmaterial. "Jedes Jahr ändert sich ein Zehntel des Straßennetzes", sagt Harold Goddijn, Geschäftsführer des Herstellers TomTom. Das heißt nicht, dass neue Straßen in diesem Umfang gebaut werden. Aber: Für die Berechnung der optimalen Route ist auch wichtig, ob sich die Verkehrsführung geändert hat, ob Ampeln aufgestellt wurden oder ob die Behörden auf einzelnen Wegen die erlaubte Höchstgeschwindigkeit angepasst haben.

Neuer Kartensatz fast so teuer wie ein neues Navi-Gerät

So halten es bislang viele Kunden - auch deshalb, weil der neue Kartensatz etwa so teuer ist wie ein ganzes Navi. Die Zeiten dafür könnten zu Ende gehen. Denn mit der sogenannten Map-Share-Technologie von TomTom dürfen Benutzer selbst für Veränderungen der Karte sorgen. So können im TomTom Go 720T und in der Neuauflage des TomTom One neue Ampeln, Kreisverkehre und gesperrte Straßen auf dem Gerät markiert und via Internet an den Hersteller übermittelt werden. Die Änderungen aller Nutzer werden dort gesammelt, geprüft und stehen kurze Zeit später als Kartenaktualisierungen zur Verfügung. Die selbst gebastelten Karten sollen für mehr Kundenbindung sorgen.

Einen anderen Weg geht der Hersteller Navigon [Link entfernt] . Im Top-Modell 7110 soll eine fotorealistische Darstellung von Autobahnkreuzen falsches Abbiegen verhindern. Erste Tests im Raum München zeigten aber, dass Navigon noch viele Daten sammeln muss, damit die Anzeige der Realität wirklich entspricht. Bislang erweisen sich Fahrspurassistenten mit ihren Tipps für rechtzeitige Spurwechsel beim Abbiegen auf mehrspurigen Straßen als hilfreicher.

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Artikel aus dem Themenspecial "IFA & Konvergenz"