Unterhaltungswert

IFA lockt vor allem mit Unterhaltungsprogramm

Hersteller werben mit riesigen Hochglanztüten im Flachbildfernseher-Format
Von ddp / Marie-Anne Winter

Mit einem stark ausgebauten Unterhaltungsprogramm will die diesjährige IFA in Berlin mehr Besucher als im Vorjahr auf das Messegelände unterm Funkturm locken. Ob die Veranstalter dieses Ziel erreichen, erscheint am Samstag, einem traditionell starken Publikumstag, jedoch fraglich.

Zwar strömen auch diesmal Tausende Menschen zu der Messe, die nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik zu einer der weltweit größten und internationalsten Leistungsschauen der Branche zählt. Während sich das Publikum vor allem in jenen Hallen drängt, in denen Shows auf Bühnen vorgeführt werden, können die Besucher bequem durch andere Hallen schlendern und sich etwa eine HiFi-Anlage in Ruhe anschauen, ohne von schiebenden Massen gestört zu werden.

Obwohl auch der Sommergarten gut besucht ist, scheint der große Publikumsandrang an diesem Samstag auszubleiben. Dabei setzen auch die Aussteller wieder mehr auf Unterhaltung, um vor allem junge Leute - die Käufer von morgen - für ihre Produkte zu begeistern. Bands spielen live, Gewinnspiele locken mit attraktiven Preisen, Talkshows laden zum Zuhören ein, und die Funktionen einer digitalen Spiegelreflexkamera werden auf einer Bühnenshow erläutert.

Digitale Technikträume in der Tüte

Erneut dominiert die neueste Generation von Flachbildfernsehgeräten die IFA. Bis unter die Decke sind viele Hallen mit TV-Schirmen in allen Größen gefüllt. Ein Aussteller bietet das gesamte Größenspektrum. Vom kleinsten LCD-TV-Full-HD-Schirm mit 22 Zoll bis zur nach Herstellerangaben weltweit größten Bildfläche dieser Technik mit 108 Zoll reicht das Angebot. Für 80 000 bis 100 000 Euro sei das Gerät zu haben, sagt eine Mitarbeiterin.

Das Marketing der Superlative dieser Firma kann der Besucher auch gleich zur Schau tragen. Hostessen verteilen riesige Tüten aus Hochglanzpappe, deren Design und Diagonale einem großen Flachbildfernseher entsprechen. Zahlreiche Besucher schleppen damit in Prospekten und Katalogen gebannte digitale Technik-Träume nach Hause.

Starke Nachfrage erfahren auch mobile Geräte der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Handys mit TV-Bildschirm, portable Navigationsgeräte, MP-3-Player, Digitalkameras und Camcorder begeistern das Publikum.

Die diesjährige IFA wird zum zweiten Mal im jährlichen Rhythmus ausgerichtet. Zuvor gab die Branche alle zwei Jahre in Berlin einen Überblick über ihre Innovationen. Im Gegensatz zu den Ausstellerzahlen gehen die Publikumszahlen seit dem Rekord mit rund 512 000 Besuchern im Jahr 1991 kontinuierlich zurück. Im vergangenen Jahr strömten rund 212 500 Menschen zur IFA, davon etwa 94 000 Fachbesucher.

Die hohe Besucherzahl im Jahr 1991 sei auf die Wiedervereinigung Deutschlands zurückzuführen, sagt Messesprecher Michael Hofer. Die Publikumszahlen blieben auch in den Folgejahren zunächst hoch, vor allem deshalb, weil die Privatsender die IFA genutzt hätten, um ihre Serienstars vorzustellen. In den vergangenen Jahren hätten die Privatsender aber auf der Messe ihr Unterhaltungsprogramm aufgrund veränderter Marktbedingungen zurückgefahren, fügt Hofer hinzu. In der Folge kamen offensichtlich weniger Konsumenten. Die Besucher würden nun durch zahlreiche Bühnenshows mit Stars und Sternchen wieder stärker angesprochen.

Artikel aus dem Themenspecial "IFA & Konvergenz"