Rückkanal

IFA: Neue Lösung für Internet per Satellit mit Rückkanal

System wird über Schott und Teles vertrieben
Von Ralf Trautmann

Nach wie vor sind in Deutschland einige Regionen von der Breitband-Anbindung via DSL oder Kabel ausgeschlossen. Wird trotzdem ein schneller Internet-Zugang benötigt, kann hier zum Beispiel auf einen Internetzugang per Satellit zurückgegriffen werden: Diese Systeme sind zwar nicht die günstigsten Breitband-Zugänge, können dafür aber nahezu überall genutzt werden. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) haben der Satellitenbetreiber Eutelsat sowie das US-amerikanische Unternehmen ViaSat heute eine neue Zwei-Wege-Lösung namens Tooway präsentiert, die in Deutschland ab Ende September über die beiden Anbieter Schott sowie Teles vermarktet wird. Bei solchen Systemen wird im Gegensatz zu den meisten anderen Zugängen dieser Art, bei denen der Rückkanal über die Telefonleitung realisiert werden muss, ebenfalls über den Satelliten abgewickelt.

Tooway soll sich vor allem durch vergleichsweise geringe Kosten und eine hohe Zuverlässigkeit der Datenübertragung auszeichnen, zum Beispiel bei heftigen Regenfällen. Zudem habe sich das System in Nordamerika bewährt, hier werde es bereits von über 250 000 Haushalten genutzt. Die Installation soll dank Plug&Play-Hardware ausgesprochen einfach sein.

Die Tooway-Technik kommt vom Anbieter Viasat und basiert auf dem so genannten DOCSIS-Standard. Da dieser bereits in über 20 Millionen Kabelhaushalten weltweit verwendet werde und für die Satelliten-Technik adaptiert wurde, sollen die Kosten der Bauteile für die Hardware vergleichsweise gering sein.

Angebote von Schott und Teles

Bei Schott wird die Hardware inklusive Montage für 549 Euro ohne Vertragsbindung oder 399 Euro bei einem Vertrag über 24 Monate kosten. Hierzu werden verschiedene Flatrate-Tarife geboten: Ohne Vertragslaufzeit kostet das Bronze-Paket, das einen Downstream von 512 kBit/s und einen Upstream von 100 kBit/s ermöglicht, monatlich 39,95 Euro. Die Silber-Variante mit 1 MBit/s im Down- und 128 kBit/s im Upstream wird 49,95 Euro kosten. Das dritte Angebot unter dem Namen Gold für monatlich 99,90 Euro ermöglicht den Download mit einer Geschwindigkeit von 2 MBit/s und den Upload mit bis zu 156 kBit/s. Wer sich für 24 Monate bindet, erhält jeweils einen Preisnachlass von 10 Euro pro Monat. Bei allen Varianten fällt ein Bereitstellungsentgelt von 99,90 Euro an. Bei der Silber- und Gold-Variante ist für zusätzlich 9,90 pro Monat zudem eine VoIP-Flatrate für Telefonate ins EU-Festnetz erhältlich. Darüber hinaus ist ein so genanntes Sorglos-Paket mit dem Silber-Tarif, der Hardware inklusive Installation, einer Fritz!Box und der Telefonie-Flatrate des Anbieters ins EU-Festnetz für monatlich 69,90 Euro verfügbar.

Teles bietet das Hardwarepaket ebenfalls für 549 Euro an, allerdings ist es bei diesem Anbieter auch möglich, die Hardware für monatlich 9,90 Euro zu mieten. Zudem sind bei Teles lediglich zwei Tarifvarianten erhältlich: skyDSL 1000 mit einem Downstream von 1 MBit/s und einem Upstream von 128 kBit/s soll 49,80 Euro bei zweijähriger Vertragslaufzeit bzw. 54,80 Euro pro Monat ohne Mindestlaufzeit kosten. skyDSL 2000 mit 2 MBit/s im Downstream und 156 kBit/s in Upstream wird für 89,90 bzw. 94,80 Euro zu haben sein.

Schott hat allerdings bereits mit seinem DSL2U-Angebot seit der CeBIT eine Zwei-Wege-Lösung im Sortiment, die etwas günstiger ist und auch auch weiterhin angeboten werden soll: Das ebenfalls über Eutelsat realisierte Angebot sei eine Vorläufervariante des jetztigen Systems. Zudem bietet auch Astra über sein Astra2Connect-Angebot eine vergleichsweise günstige Zwei-Wege-Lösung.