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Wie gut ist der 9,9-Cent-Tarif von o2-Discounter Fonic?

Lidl-Billigmarke wirbt mit dem Slogan "Das ist die Wahrheit"
Von Marie-Anne Winter

Anlässlich der heutigen Pressekonferenz von o2 zum Start der neuen Mobilfunk-Discount-Marke Fonic haben wir uns den Tarif noch einmal genauer angesehen. Die genauen Tarifkonditionen finden Sie in der entsprechenden Meldung. An dieser Stelle möchten wir den o2-Tarif Fonic einordnen, denn mittlerweile gibt es ja doch schon einige Angebote, mit denen sich vergleichsweise günstig per Handy telefonieren lässt, wenn man die jeweiligen Vor- und Nachteile im Auge behält. Dazu passt auch das Motto des neuen Anbieters, der mit dem Slogan "Das ist die Wahrheit" für seinen Tarif wirbt.

Es gab schon mal einen 9,9-Cent-Tarif

Der o2-Discounter durchbricht mit dem Minutenpreis von 9,9 Cent in alle deutschen Netze die bisherige "Schallgrenze" im Discountmarkt. Einen günstigeren Minutenpreis bietet derzeit kein anderer Discounter und auch bei SMS gehört Fonic mit 9,9 Cent pro Nachricht zu den günstigen Anbietern. Ganz neu ist die Preisgrenze allerdings nicht, denn vor gut zwei Jahren bot bereits der Mobilfunk-Provider mobilcom einen Tarif an, bei dem zumindest rechnerisch ein Minutenpreis von 9,9 Cent erreicht werden konnte - das war im Sommer 2005 schon eine Sensation.

Allerdings musste man mit dem 9,9-Cent-Tarif von mobilcom monatlich ein Paket von 200 Minuten zum Preis von 19,80 Euro kaufen. Diese Minuten konnten für Telefonate in alle deutschen Netze genutzt werden. Jede Folgeminute kostete 39 Cent, so dass dieser Tarif nur dann wirklich günstig war, wenn man möglichst exakt 200 Minuten verbrauchte. Auch die Vertragslaufzeit von 24 Monaten war ein ziemlicher Klotz am Bein. Das ist nun anders: Bei Fonic gibt es die Minuten auch "lose", so dass dieser Tarif sowohl für Wenig- als auch für Vieltelefonierer interessant sein kann.

Nicht immer die günstigste Lösung

Wer seinen Bekanntenkreis oder die Familie mittlerweile schon auf seinen Handy-Tarif abgestimmt hat - sprich entweder Base, ein vergleichbares Flatrate-Angebot oder einen Community-Tarif nutzt -, wird nicht unbedingt besser wegkommen, wenn er nun auf Fonic umsteigt - auch das ist eine Wahrheit. Wer dagegen viel in andere Mobilfunknetze telefoniert, wird sich über das neue Angebot von o2 freuen. Insbesondere auch, weil man von einer kostenlose Mailbox und einer unbegrenzten Guthabengültigkeit profitiert - das ist insbesondere für die Ganz-Wenig-Telefonierer spannend. Aufladungen sind bei Fonic ab 10 Euro möglich, man kann entweder eine automatische Aufladung nutzen oder manuell per Bankeinzug oder per SMS aufladen. Wenn man sich mit seinen Aufladebeträgen verschätzt, besteht die Möglichkeit, sich das Guthaben vierteljährlich wieder auszahlen zu lassen. Man bleibt also auf der sicheren Seite, auch wenn man mal zuviel aufladen sollte.

Zwar ist der Minutenpreis nicht viel günstiger als bei der Zehnsation von E-Plus, allerdings entfällt der monatliche Mindestumsatz von 10 Euro, weshalb Fonic schon für Wenigtelefonierer interessant ist, die noch weniger Umsatz generieren. Auch sind SMS mit 20 Cent pro Nachricht bei der Zehnsation doppelt so teuer wie beim neuen o2-Discounter. Zudem bindet man sich mit der Zehnsation für mindestens zwei Jahre. Beim Prepaid-Angebot von Fonic bleibt man flexibel. Allerdings krankt Fonic genau wie die Discount-Angebote im E-Plus-Netz daran, dass man seine bisherige Mobilfunk-Nummer nicht mitnehmen kann. Wer darauf besteht, muss einen der D-Netz-Discounter wählen.

Im Vergleich mit dem o2-Tarif GenionCard S, der ebenfalls keine Grundgebühr, keinen Mindestumsatz und keine Mindestvertragslaufzeit hat, sind die 9,9 Cent in alle Netze ebenfalls günstig, denn bei diesem Genion-Tarif liegt der Minutenpreis bei 19 Cent pro Minute. Dafür gibt es aber eine Homezone und eine Festnetznummer dazu, unter der man in der Homezone zum Festnetz-Tarif auf dem Handy erreicht werden kann. Aus der Homezone kann man bei GenionCard S für 3 Cent pro Minute ins Festnetz telefonieren. Dieser Tarif ist die günstigste Lösung, wenn man an eine Festnetznummer fürs Handy kommen möchte, was für die Anrufer meist günstiger ist.

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