Forschung

Lycos Europe forscht für Theseus-Projekt

Leichtere Internetsuche als Ziel
Von dpa /
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Der Internetdienstleister Lycos Europe forscht am wissenden Web: Als Teil des Forschungsprogramms "Theseus" des Bundes will Lycos Europe mit der Wissensplattform "Alexandria" den Internet-Nutzern die Suche nach Inhalten erleichtern und Zeit sparen helfen. Die Vision sei, dass Mensch und Computer Verständnis von Inhalten erhielten, sagte Projektleiter Christian Maaß der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview. "Alexandria" solle künftig nicht nur einzelne Wörter in Texten, sondern ganze Inhalte oder auch Bilder erkennen. Nach dem Start Anfang Juni seien für September 2008 erste Ergebnisse und eine "Alexandria"-Basisversion geplant.

"Der Computer erkennt Inhalte", beschrieb Maaß sein Ziel. Die Voraussetzung dafür sei aber, dass Beschreibungen dieser Inhalte vorliegen, sogenannte Metadaten, beispielsweise die Beschreibung eines Fotos in Stichworten. Denn: "Bisher kann ein Computer ein Bild von Bundeskanzlerin Merkel nicht erkennen", erklärt Maaß. Überhaupt sei die Anzahl relevanter Treffer je Suchanfrage bei den bisherigen Suchmaschinen gering. Der Pflegeaufwand für die Daten im weltweiten Netz sei besonders hoch, weil sich Inhalte änderten - wenn etwa ein Foto der Bundeskanzlerin aus einem anderen Blickwinkel vorliege. Daher sollten die Internetnutzer selbst ins neue "semantische" Web eingebunden werden - mittels der neuen Community "Alexandria".

Web 2.0 ist weit verbreitet

Weit verbreitet ist laut Maaß das heutige Web 2.0 mit seiner starken und interaktiven Vernetzung, wobei die Nutzer eine wichtige Rolle bei der Veröffentlichung und Beschreibung von Inhalten spielen. Für "Alexandria" stelle sich daher die Frage: "Wie kann man Web 2.0 und das semantische Web verbinden?", sagte Maaß. Der Beantwortung der Frage widme sich auch einer der Partner des Projekts, nämlich Siemens Corporate Technology: Geklärt werden solle, wie sich die von Experten zusammengestellten Schlagwortkataloge mit "Folksonomies" - von Internetnutzern willkürlich vergebene Schlagwortsammlungen - verknüpfen lassen. Ein weiterer Partner des Projekts unter der Leitung von Lycos Europe ist die Deutsche Nationalbibliothek.

Die Forschungen für "Alexandria" liefen insgesamt drei Jahre, sagte der Experte. "Unsere Intention ist, möglichst früh an die Öffentlichkeit zu gehen." Bereits Ende 2007 werde es eine erste grafische Oberfläche geben.

Das Forschungsprogramm "Theseus" befasst sich neben der Entwicklung neuer Suchtechnologien auch mit dem Online-Zugang zu digitalen Bibliotheken und anderen Diensten. Das Projekt, an dem sich 31 Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen beteiligen, hat ein Volumen von rund 180 Millionen Euro und wird vom Bund mit 90 Millionen Euro bezuschusst.

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