Auswertung

Leserumfrage: Mobiles Internet - überflüssig und unentbehrlich

Viele nutzen es, aber nur sehr wenige surfen hauptsächlich mobil
Von Marie-Anne Winter

Vor vier Wochen starteten wir eine Umfrage über die Internet-Nutzung per Handy, PDA und Smartphone. Viele Leser beteiligten sich und trugen mit ihren detaillierten Antworten dazu bei, dass wir uns nun ein besseres Bild von der mobilen Internet-Nutzung unserer Umfrage-Teilnehmer machen können. Wir haben sowohl nach der technischen Ausstattung gefragt, als auch nach den bevorzugten Anwendungen, nach den genutzten Tarif-Modellen und vielem mehr, etwa Wünschen und Ärgernissen beim mobilen Surfen. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal für die vielen ausführlichen Beiträge bedanken, mit denen Sie uns unterstützt haben. Wir werteten insgesamt 2320 Fragebögen aus, davon wurden 126 in unserer PDA-Version für mobile Nutzer ausgefüllt. Daher ist im Folgenden gelegentlich auch von "Normal-Nutzern" die Rede - dabei handelt es sich um die 2194 Teilnehmer, die unseren normalen Online-Fragebogen ausgefüllt haben. Die herkömmliche Internetnutzung haben wir unter dem Begriff "stationäre Nutzung" zusammen gefasst, damit ist alles gemeint, was eben nicht mobile Internet-Nutzung ist, zum Beispiel auch, wenn man unterwegs ins Internet-Café geht oder sich mit seinem Laptop per WLAN in einen Hotspot einbucht.

Als erstes fiel auf, dass gut 92 Prozent der Teilnehmer männlich waren, nur 182 Fragebögen wurden von Frauen ausgefüllt. Auffällig ist auch die hohe Qualifikation unserer Leser, gut 42 Prozent unserer Umfrage-Teilnehmer haben einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss, weitere 30 Prozent nannten als höchsten abgeschlossenen Bildungsgrad die allgemeine Hochschulreife bzw. Fachabitur.

Die Zwei-Drittel-Gesellschaft

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Bild: teltarif.de
Die Nutzung des mobilen Internets ist allerdings noch nicht selbstverständlich - fast ein Drittel der Umfrage-Teilnehmer (31,2 Prozent) geben an, dass sie das mobile Internet noch gar nicht benutzen. Andererseits geben gut ein Viertel an (25,7 Prozent) an, dass sie mehrmals täglich auf mobile Inhalte zugreifen. Der Anteil der mobilen Nutzung von Internetangeboten ist bei der überwältigenden Mehrheit unserer Leser allerdings noch deutlich geringer als die stationäre Nutzung. 8,5 Prozent gaben an, dass sie von beiden Nutzungsformen gleichberechtigt Gebrauch machen, und nur 6,5 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gehen öfter oder ausschließlich mobil online. Daher erklärt sich auch, dass nur 9 Prozent der Teilnehmer sagen, dass die Kosten für das mobile Surfen der größte Posten auf der Mobilfunkrechnung sind, während die Datennutzung bei den meisten Teilnehmern nur einen geringen Anteil an den monatlichen Gesamtkosten hat. Insgesamt werden die Datenpreise noch von vielen als zu hoch empfunden - immerhin gaben gut 20 Prozent unserer Teilnehmer als Grund für die Nicht-Nutzung des mobilen Internets an, dass es zu teuer sei.

E-Netze beim mobilen Internetzugang bevorzugt

Interessant ist, dass bei unserer Umfrage die E-Netze bei der Nutzung des mobilen Internets vorn liegen - gut 35 Prozent gehen im E-Plus-Netz online, mit gut 26 Prozent Anteil folgt o2, T-Mobile kommt auf knapp 22 Prozent und die restlichen 17 Prozent bleiben für Vodafone - obwohl genau dieser Anbieter mit dem massiven Ausbau seiner HSDPA- und UMTS-Netze besonders auf das mobile Internet setzt. Zum Vergrößern bitte anklicken
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HSDPA spielt bei der mobilen Internet-Nutzung bei unseren Lesern noch keine große Rolle, nur 3,9 Prozent unserer Teilnehmer gaben an, dass sie den UMTS-Turbo benutzen, bei EDGE sind es sogar nur 3,3 Prozent. Das kann unter anderem daran liegen, dass es unter unserem Lesern so viele E-Netz-Nutzer gibt. Auch kann es sein, dass einigen Teilnehmern eventuell gar nicht bewusst ist, dass sie EDGE nutzen, weil im Handydisplay "EGPRS" statt "EDGE" angezeigt wird. Der Ausbau der EDGE-Technologie wird allerdings erst seit dem vergangenen Jahr vorangetrieben, um den Kunden auch abseits der schnellen 3G-Netze in den Ballungsgebieten einen schnelleren mobilen Zugang zu bieten.

Immerhin gut 35 Prozent unserer Umfrage-Teilnehmer gehen überwiegend per UMTS online. Die Mehrheit der Befragten, nämlich 53 Prozent, surft nach eigenen Angaben noch immer mit gemächlicher GPRS-Geschwindigkeit. Dazu passt, dass sich 30 Prozent für die Internet-Einwahl mit dem integrierten WAP-Browser begnügen. 41 Prozent benutzen einen vorinstallierten HTML-Browser und weitere 25 Prozent haben selbst einen Browser installiert. Hier zeigte sich, dass sich viele unserer Umfrage-Teilnehmer hier gut auskennen, fast alle konnten uns sagen, mit welchem Surf-Programm sie online gehen. Es wurden viele verschiedene Browser genannt, relativ häufig erwähnt wurden neben Internet Explorer und Hersteller-eigenen Browsern verschiedene Opera-Versionen, unter anderem der neue Opera Mini. Auffällig ist auch, dass exotischere Browser wie Apples Safari durchaus bekannt und in Gebrauch sind.

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