selbstständig

o2 setzt künftig fast ausschließlich auf eigenes Netz

T-Mobile-Roaming wird sukzessive eingeschränkt, aber nicht ganz abgeschaltet

Als o2 1998 unter dem Namen Viag Interkom an den Start ging, machte das Unternehmen den fehlenden Flächenausbau zunächst durch ein Transferroaming-Abkommen mit der schweizerischen Telefongesellschaft Swisscom wett. Eigentlich wollte man schon von Beginn an mit einem deutschen Netzbetreiber kooperieren, doch keiner der Konkurrenten wollte mit dem Newcomer ein entsprechendes Abkommen unterzeichnen.

Mitte 1999 klappte es dann doch: T-Mobile wurde Roamingpartner von o2. Die Kunden konnten zunächst bundesweit das Netz der Telekom-Mobilfunktochter mitnutzen. Dafür wurde das anfängliche Swisscom-Roaming nach einer Übergangszeit abgeschaltet. Später gab es dann auch erste Einschränkungen bei der Mitnutzung des T-Mobile-Netzes: Überall dort, wo o2 mit dem eigenen Netz vertreten war, wurde der T-Mobile-Zugang für o2-Kunden abgeschaltet.

Im Laufe der Zeit wurden die gesperrten Zonen größer. Dabei erwischte man in manchen Fällen auch Gegenden, in denen das eigene Netz nicht oder nur schlecht vorhanden war. Kunden, die zunächst im T-Mobile-Netz telefonieren konnten, standen von heute auf morgen ohne Funkversorgung dar. o2 zeigte sich in solchen Fällen kulant und entließ die Kunden in der Regel aus den Verträgen.

Roaming-Einschränkungen auch in den letzten Wochen

Auch in den letzten Wochen wurde die T-Mobile-Funkversorgung für o2-Kunden weiter eingeschränkt, wie teltarif-Leser berichteten. Die Pressestelle des nach Kundenzahlen kleinsten deutschen Mobilfunk-Netzbetreibers bestätigte, dass das Unternehmen künftig fast ausschließlich auf das eigene Netz setzt. In Regionen, in denen man dieses ausgebaut habe oder entsprechend umrüste, werde der T-Mobile-Zugang abgeklemmt. Dabei könne es auch zu Funklöchern kommen.

Betroffenen Kunden empfiehlt die Pressestelle, sich an die Hotline zu wenden. Die Anliegen würden dann geprüft und der Netzbetreiber unterbreite den Kunden eine Lösung. Wie diese aussieht, wollte die Pressestelle auf Anfrage von teltarif.de nicht erläutern.

Kein Termin für Komplett-Abschaltung des T-Mobile-Roamings

Wie die Pressestelle weiter erklärte, gebe es keinen Termin für eine endgültige Abschaltung des T-Mobile-Roamings. Kunden in Gegenden, in denen das eigene Netz von o2 nicht verfügbar sei, könnten auch in Zukunft im National Roaming telefonieren.

Beim eigenen Netzausbau setzt o2 vor allem auf die Nutzung von EGSM-900-Frequenzen, die eine größere technische Reichweite als der GSM-1800-Standard ermöglichen. So kann das bestehende Netz auch in ländlichen Regionen mit geringer Einwohnerdichte wirtschaftlicher betrieben werden. Von einer Flächendeckung ist o2 dennoch weit entfernt, auch wenn die Lücken im Netz seit Beginn des EGSM-900-Ausbaus kleiner geworden sind.