schwarz-sehen?

Viele Unternehmen zahlen keine GEZ-Gebühren

Niedrigere GEZ-Gebühr für WWW-PC und Handy führt zu Ertragseinbußen
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Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vermutet, dass in zwei Drittel aller deutschen Unternehmen schwarz ferngesehen oder Radio gehört wird. Rundfunkgebühren zahle "bisher nur ein Drittel aller Unternehmen, die eigentlich zahlen müssten, weil sie Rundfunkgeräte haben", sagte GEZ-Chef Hans Buchholz dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel. Seit Anfang des Jahres muss auch auf internetfähige PCs und Handys eine reduzierte GEZ-Gebühr in Höhe von 5,52 Euro entrichtet werden, wenn sonst noch keine Geräte angemeldet sind.

"Allein von den zirka 3,3 Millionen zur Umsatzsteuer angemeldeten Betrieben sind rund 2,1 Millionen nicht mit Geräten angemeldet", sagte Buchholz. Darüber hinaus bestehe noch eine "große Dunkelziffer". Die GEZ sehe bei Selbstständigen und Unternehmen noch "großes Potenzial". Eine gezielte Kampagne oder spezielle Maßnahmen zum Gebühreneinzug werde es aber nicht geben.

Deutlicher Ertragseinbruch bei der GEZ bis 2012 erwartet

Bis Ende Juni habe die GEZ rund 66 000 Anmeldungen von neuartigen Rundfunkgeräten bekommen, davon zirka 50 000 aus dem gewerblichen Bereich. Buchholz äußerte sich in der Zeitung zuversichtlich, die Prognose von rund 100 000 Anmeldungen neuartiger Geräte im gewerblichen Bereich zu erreichen.

Sorgenvoll blickt er allerdings auf den privaten Bereich. Hier registriert die GEZ eine hohe Zahl von Abmeldungen. So sind in den letzten sechs Monaten sehr viel mehr Radios und Fernseher abgemeldet worden als in den Vorjahren. Viele private Rundfunkteilnehmer melden ihre herkömmlichen Rundfunkgeräte ab, um stattdessen internetfähige PCs oder Handys anzumelden, für die eine geringere Monatsgebühr fällig wird. "Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass zuletzt die Anmeldung von herkömmlichen Geräten per Saldo erstmals negativ war. Setzt sich dieser Trend fort, besteht die Gefahr, dass uns zwei Drittel der Gebühreneinnahmen wegbrechen," sagte Buchholz.

Für die kommenden fünf Jahre erwartet die GEZ einen kräftigen Rückgang der Erträge. Buchholz: "Wir haben unsere Ertragsprognosen für den Zeitraum bis 2012 um 238 Millionen Euro reduziert. 2007 werden wir noch eine relativ stabile Entwicklung haben, aber ab 2009 wird das Gebührenaufkommen sinken."

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