Auslandstelefonate

"Achtung: Sie überschreiten jetzt die Tarifgrenze"

So müssen die Mobilfunker die Kunden über die Roaming-Kosten informieren
Von Björn Brodersen

Mehr Kostenbewusstsein bei den Verbrauchern wird eine weitere vorgeschriebene Maßnahme schaffen: Die Mobilfunkunternehmen werden dem Kunden künftig bei jeder Einreise in einen EU-Mitgliedsstaat sofort und automatisch grundlegende Preisinformationen für seine persönlichen Handy-Telefonate in diesem Land per kostenloser Kurznachricht mitteilen. Diese personalisierten Preisinformationen umfassen die in dem Mobilfunktarif des Kunden anfallenden Höchstentgelte für abgehende Anrufe aus dem besuchten Land ins Heimatland sowie die Kosten für angenommene Anrufe. In der Kurzmitteilung des Heimatanbieters muss auch auf die gebührenfreie Hotline-Nummer verwiesen werden, über die der Kunde ausführlichere Informationen erfragen kann. So können zum Beispiel Kunden von Vodafone schon heute in Ländern der EU von ihrem Handy aus unter der Kurzwahl 12220 kostenlos erfahren, zu welchen Roamingkosten sie im aktuell verwendeten Netz telefonieren.

Auf Wunsch kann der Kunde diesen Dienst deaktivieren. Blinde und sehbehinderte Mobilfunkkunden müssen laut Verordnung auf Nachfrage die Möglichkeit erhalten, diese Preisinformationen kostenlos per Sprachanruf mitgeteilt zu bekommen. Doch Vorsicht: Die Mobilfunkbetreiber haben nach Inkrafttreten der Verordnung noch drei Monate Zeit, diese Vorgaben umzusetzen und die Infodienste einzuführen. Bis dahin sollten sich die Kunden vor Antritt der Reise selbst darüber informieren, wie teuer Handy-Telefonate im besuchten Land sein werden.

Einen Monat lang Zeit haben die Mobilfunkanbieter Zeit, ihre bestehenden Roaming-Kunden über die Konditionen des Euro-Tarifs - also ihres neuen Standard-Roaming-Tarifs, der die Vorgaben der EU-Verordnung erfüllt und in dem Kunden, die nicht ausdrücklich etwas anderes wünschen, automatisch im EU-Ausland telefonieren - aufzuklären. Aller Wahrscheinlichkeit gilt diese Frist auch für Neukunden in den ersten Wochen nach dem 30. Juni - definitive Aussagen konnten selbst Experten in Brüssel uns gegenüber nicht machen. Kunden, die auch nach Inkrafttreten der EU-Verordnung auf eigenen Wunsch in einem jetzt bereits bestehenden Roaming-Tarif bleiben, sollen "in sinnvollen Abständen" einen Erinnerungshinweis auf den Euro-Tarif erhalten.

Mehr wissen, mehr sparen

Die EU-Verordnung sorgt für zwei Dinge: Sie begrenzt die Preise für Handy-Telefonate im EU-Ausland und sie schreibt den Mobilfunkanbietern mehr automatische Preisbenachrichtigungen für die Kunden vor. Bei einem Grenzübertritt innerhalb der EU erfährt der Handy-Nutzer künftig sofort, für wie viel Cent pro Minute er im jeweiligen Aufenthaltsland telefonieren kann. Auf diese Weise wird erreicht, dass die Handy-Nutzer sich der Roaming-Kosten bewusster werden. Weiterhin gilt aber: Je besser der Kunde informiert ist, desto eher kann er bei Auslandstelefonaten mit dem Handy sparen. Schließlich gibt es weitere auch Alternativen zum Euro-Tarif und den Auslandstarifen der Mobilfunknetzbetreiber. Weitere Informationen dazu finden Sie über unseren Roaming-Ratgeber.

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