Heimatverbindung

Vier Jahre Call by Call im Ortsnetz - Eine Zwischenbilanz

Immer noch 50 Prozent Sparpotenzial möglich
Von Thorsten Neuhetzki

Übermorgen ist es genau vier Jahre her: Am 25. April 2003 war es erstmals offiziell möglich, über 010-Call-by-Call-Rufnummern nicht nur Fern- oder Mobilfunkgespräche zu führen oder ins Ausland günstiger zu telefonieren, sondern auch innerhalb des eigenen Ortsnetzes zu sparen. Seitdem hat sich einiges getan und noch immer gibt es viele Unklarheiten, wenn es um Gespräche innerhalb des eigenen Ortsnetzes geht. Im Rahmen unseres Themenmonats Festnetz wollen wir Ihnen einige Tipps geben, wie Sie Call by Call im Ortsnetz richtig nutzen und einen Blick auf die vergangenen Jahre und die Zeit davor werfen.

Wer vor dem genannten Datum Ortsgespräche per Festnetz günstiger telefonieren wollte als mit der Deutschen Telekom, der hatte nur zwei Möglichkeiten: Er musste seinen Telefonanschluss komplett zu einem anderen Anbieter umstellen oder die seit 2001 existierende Lücke über 0190-0-Anbieter nutzen. Echtes Call by Call über die dafür vorgesehen Nummern beginnend mit 010 war nicht möglich.

Ortsgespräche kosteten vor dem 25. April 2003 mindestens 6 Cent

Das Interesse der Kunden an günstigeren Ortsgesprächen war groß. Denn die 0190-Lücke konnten oder wollten viele Kunden nicht nutzen. Die Gründe hierfür waren zum Beispiel eine Sperre am Anschluss für 0190-Nummern zur Vermeidung von Internet-Dialern oder eine Verwähl-Gefahr zu anderen, teuren 0190-Nummern. Und selbst wenn 0190-0-Call-by-Call genutzt wurde, so hat die offizielle Liberalisierung des Ortsnetzes doch eine neue Wettbewerbssituation erzeugt.

Somit waren viele Kunden auf die Tarife der Telekom angewiesen - und diese waren vor allem bei kurzen Gesprächen sehr hoch. Denn abgerechnet wurde im Standard-Tarif noch im inzwischen abgeschafften Einheitentakt, bei dem in Blöcken á 6 Cent abgerechnet wurde. Dabei gab es keinen festen Minutenpreis, sondern je nach Uhrzeit wurde alle 90, 150 oder 240 Sekunden ein Betrag von 6 Cent berechnet. Diese 6 Cent wurden zu jeder Tageszeit als Mindestbetrag berechnet - auch wenn der effektive Minutenpreis aufgrund der abends länger gestreckten Takte auf bis zu 1,5 Cent sank. Am 25. April 2003 sanken diese Endkundenpreise dank der neuen Call-by-Call-Möglichkeit zunächst auf 1 Cent pro Minute und weniger - abgerechnet im Minutentakt.

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