kein Anschluss?

Der alltägliche Wahnsinn beim Telefonanschluss-Anbieter

Fast jeder Dritte ist mit seinem Festnetz-Anbieter nicht zufrieden
Von dpa / Marie-Anne Winter

Es ist der ganz alltägliche Wahnsinn, den Tausende Kunden von Telefon- und Internetanbietern erleben. Sie bekommen Tarife aufgedrückt, die sie nie wollten, ihre Telefonnummer wird einfach geändert, oder der Anschluss bleibt wochenlang tot. Das seien doch nur Einzelfälle, beschwichtigen die Betreiber. Das stimmt nicht, sagt dagegen zum Beispiel die Stiftung Warentest, die, wie schon berichtet, eine Umfrage gemacht hat: Von 7 700 Teilnehmern ist demnach fast jeder Dritte mit seinem Festnetzanbieter unzufrieden.

Das dürfte auch für eine Angestellte aus Hamburg und ihren Ehemann gelten. Sie sind innerhalb der Stadt umgezogen und wollten ihren Telefonanschluss samt Rufnummer mitnehmen. Eine leichte Aufgabe, sollte man meinen - nicht für ihren Anbieter, der zunächst schriftlich die Abschaltung des alten Anschlusses zum 22. Dezember 2006 bestätigte. Das Schreiben enthielt den Hinweis, dass der Bescheid über die Aufschaltung des neuen Anschlusses mit gesonderter Post zugehen würde.

"Der alte Anschluss wurde tatsächlich abgeschaltet", erzählt die Betroffene. Leider habe der angekündigte zweite Bescheid auch Anfang Januar nicht vorgelegen - geschweige denn eine funktionierende Leitung in der neuen Wohnung. Nach mehreren Anrufen bei der Hotline wurde dem Paar nur bestätigt, dass der Anschluss abgeschaltet ist. "Uns wurde ein Rückruf versprochen." Als dies nicht geschah, ging die Kundin in eine Filiale des Telefonanbieters. Dort hieß es, man habe wohl den zweiten Teil des Auftrages schlicht vergessen.

Widersprüchliche Angaben von der Hotline

Erneut wurde ein Rückruf versprochen, der wieder nicht erfolgte. "Ich habe also die zentrale Nummer angerufen und um Bearbeitung meines Falles gebeten." Nach einigen Tagen kam ein Anruf von der Telefongesellschaft, in dessen Verlauf der Kundin mitgeteilt wurde, dass ein Techniker kommen müsse. Darüber wunderte sich die Hamburgerin, denn zuvor war ihr von anderen Mitarbeitern versichert worden, ein Techniker vor Ort wäre nicht nötig.

Der nächste freie Termin war ein paar Tage später - zwischen 12.00 und 18.00 Uhr. "Ich habe also einen halben Tag freigenommen, mich geärgert und auf eine schnelle Lösung gehofft." Bevor es jedoch zu dem Termin kam, erhielt die Kundin erneut einen Anruf auf ihrem Handy. "Eine Dame fragte, warum ich einen Techniker bestellt hätte. Das sei doch nicht nötig." Der Termin mit dem Techniker wurde also wieder gestrichen. Das Telefon blieb weiter tot.

Dann kam ein Brief: "Darin stimmte weder die Rufnummer, noch das Auftragsdatum und auch nicht der Tarif." Es folgte also ein weiterer Anruf im Callcenter. "Der Mitarbeiter dort sagte mir lediglich, ich müsste das schriftlich innerhalb von zwei Wochen widerrufen." Die Bitte der Kundin, mit einem Vorgesetzten zu sprechen, ignorierte der Mann am anderen der Leitung mit einem "Nein, ich gebe das nicht weiter."

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