Digital Radio

Studie: Mehr Interesse an DAB/Digital Radio als angenommen

Uni Bonn geht von 546 000 Geräten in deutschen Haushalten aus
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Eine vom Unternehmen Trinloc GmbH bei der Universität Bonn in Auftrag gegebene Studie zum Bekanntheitsgrad von DAB/Digital Radio in Deutschland brachte ein überraschendes Ergebnis. Der Bekanntheitsgrad und auch der Anteil der Haushalte, die einen DAB-Empfänger besitzen, sei entgegen den zuweilen geäußerten Vermutungen höher als erwartet. Hochgerechnet auf alle deutschen Haushalte, geht das Zentrum für Evaluation und Methoden der Uni Bonn, unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Rudinger, von einer Gesamtzahl von 546 000 Geräten im Markt aus. Bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 150 Euro pro Gerät ergebe dies einen Investitionswert von 81,9 Millionen Euro.

Ausgehend von den vorliegenden Ergebnissen biete der Markt für digitale Radioempfänger folglich ein nicht zu unterschätzendes Wachstumspotenzial. Die Studie zeige auch, dass der Bekanntheitsgrad von DAB höher ist als bisher angenommen. 34 Prozent der befragten Frauen und 49 Prozent der befragten Männer hätten bereits von DAB als Verbreitungsweg für Radio gehört, neun Prozent der an der Untersuchung Beteiligten planten die Anschaffung eines DAB-Radio-Empfängers.

Privatsender trotzdem auf dem Rückzug

Ungeachtet der positiven Ergebnisse der Studie haben sich weitere private Programmanbieter entschieden, ihre Programme nicht mehr über das Digital Radio (DAB) So stellte bigFM seine Verbreitung im landesweiten Ensemble in Baden-Württemberg im Kanal 12B ein. sunshine live beendet sein DAB-Engagement in den lokalen Versorgungen von Mannheim und Ulm. Radio Regenbogen wird sein Programm nicht mehr über DAB in den Städten Mannheim, Karlsruhe und Freiburg verbreiten. Der Ausstieg der Programmveranstalter aus der DAB-Verbreitung geschehe laut der Betreibergesellschaft Digitalradio Südwest maßgeblich vor dem Hintergrund, dass die Landesanstalt für Kommunikation in Baden-Württemberg (LFK) die Förderung für diese Technologie komplett eingestellt hat. Ebenfalls nicht mehr im Digitalradio auf Sendung sind delta radio und R.SH in Schleswig-Holstein. Bereits zum Jahresanfang haben die Sender Skyradio und Nova Radio ihre DAB-Verbreitung in Hessen eingestellt.

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