Kostenkontrolle

Sparen mit Call by Call - aber richtig

Call by Call richtig genutzt: Abrechnungstakte und Tarifgarantien beachten
Von Janko Weßlowsky

Bei dem Anruf auf ausländische Zielnummern muss vor allem Augenmerk auf die Art der Nummer geworfen werden. Denn die Unterscheidung in Festnetz- und Mobilrufnummer ist im Ausland selten so einfach wie hierzulande. Während in Deutschland die Mobilfunkrufnummern und die Sonderrrufnummergassen auch optisch klar von den "normalen" Festnetzrufnummern getrennt sind, sieht das in anderen Ländern ganz anders aus. In manchen Ländern wie zum Beispiel Peru sind bestimmte Städtevorwahlen (Lima 00511) kaum von den Mobilrufnummern (hier u.a. 005116) zu trennen. Neben der Unterscheidung in Festnetz- und Mobilfunkziele ist zudem entscheidend, ob es sich eventuell um eine "versteckte" Sonderrufnummer handelt. Manche Rufnummern wie zum Beispiel Universitäts-Campus-Rufnummern, Banken oder Krankenhäuser in Großbritannien sehen für den Laien aus wie normale Festnetzrufnummern, obwohl es sich in Wirklichkeit um Sonderrufnummergassen handelt.

Erkundigen Sie sich daher immer vor einem allzu langen Telefonat bei Ihrem Gesprächspartner, ob es sich auch wirklich um eine normale Festnetzrufnummer handelt. Kann er dies nicht eindeutig verifizieren, halten Sie das Gespräch möglichst kurz und warten Sie die nächste Abrechnung ab. Wurde das Telefonat korrekt in Rechnung gestellt, können Sie beim nächsten Mal auch ein längeres Gespräch über diesen Anbieter führen.

Pre-Selection: Alternative oder Ergänzung?

Eine Pre-Selection stellt im Grunde vereinfachtes Call by Call dar. Anstatt selbst jedes Mal eine entsprechende Vor-Vorwahl einzugeben, übernimmt dies bei der Pre-Selection der Telekom-Vermittlungsrechner automatisch. Anders ausgedrückt telefoniert der Kunde immer automatisch mit dem Anbieter, der auf diese Weise voreingestellt wurde. Eine Übersicht der aktuellen Angebote haben wir für Sie zusammengestellt. Sofern der Anbieter auch Ortsgespräche anbietet, werden auch diese über die Pre-Selection geführt.

Dies kann sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Die Minutenpreise bei Pre-Selection-Tarifen sind nicht ganz so niedrig wie im freien Call by Call. Dafür bietet eine Pre-Selection jedoch einen zum Telekom-Standard-Tarif immer noch verhältnismäßig günstigen Preis auf lange Sicht. Vor allem in der letzten Zeit sind Tarifwechsel im Bereich von Pre-Selection-Tarifen sehr selten geworden. Die bei einer Pre-Selection anfallende Vertragsbindung ist jedoch ein einschränkendes Moment - selbst wenn der Markt mittlerweile günstigere Konditionen bietet, ist der Kunde zumindest für eine gewisse Weile an seinen Anbieter und dessen Tarife gebunden. Sollte der Anbieter jedoch seine Preise sogar unerwartet erhöhen, besteht immerhin das Recht zu einer außerordentlichen Kündigung.

Somit ist die Vertragsbindung kein wirklicher Nachteil. Zudem gilt: Wer eine Pre-Selection hat, kann trotzdem weiterhin Call by Call nutzen. Wählt man die Call-by-Call-Nummer vor dem gewünschten Gespräch, wird dieses statt über die Pre-Selection über den Call-by-Call-Anbieter abgerechnet. Insbesondere wer nicht vor jedem Gespräch nachschauen möchte, welche Billigvorwahl er jetzt wählen muss, kann also guten Gewissens auf eine Pre-Selection zurückgreifen. Dies ist vor allem bei Orts- und Ferngesprächen sehr praktisch. Bei Gesprächen zu Mobilfunk- und ausländischen Anschlüssen, wo die preislichen Unterschiede zwischen Call by Call und Pre-Selection deutlicher ausfallen, wird dann hingegen weiterhin auf die Sparvorwahlen zurückgegriffen.

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