Kostenkontrolle

Sparen mit Call by Call - aber richtig

Call by Call richtig genutzt: Abrechnungstakte und Tarifgarantien beachten
Von Janko Weßlowsky

Die Anbieterwahl hängt jedoch nicht nur von den Zeitfenstern und Minutenpreisen ab. Wesentlich ist auch der Abrechnungstakt. Je nach Tarif kann dieser zwischen einer sekundengenauen Taktung und einem Fünf-Minuten-Takt schwanken, seltener treten auch noch ungünstigere Abrechnungstakte auf. Daher ist der reine Minutenpreis kein Garant für ein günstig geführtes Gespräch. In der Regel sind zwar Tarife, die in längeren Takten abgerechnet werden, günstiger als solche mit Minutentakt - doch nur in den seltensten Fällen lohnt sich dieser Preisvorteil. Die meisten Gespräche sind kürzerer Natur - längere Abrechnungstakte lassen den Kunden hier deutlich draufzahlen. Um beim vorigen Beispiel zu bleiben: Ein einminütiges Gespräch mit der 01084 Telecom kostet 1,7 Cent. Der Anbieter VOIPGO verlangt dafür - trotz eines günstigeren Minutenpreises von 1,55 Cent - satte 7,75 Cent.

Kostenkontrolle durch Tarifansagen

Foto: Versatel Viele Kunden haben keine große Lust, vor jedem Gespräch erst mühsam herauszusuchen, welcher Anbieter für das aktuell angedachte Gespräch den idealen Tarif bietet. Hier bieten zahlreiche Unternehmen Hilfestellungen für Ihre Kunden an, so dass diese nicht am Ende des Monats eine deutlich höhere Rechnung erhalten als erwartet. Das Stichwort ist hier die Preisstabilität.

Eine gute Methode, die Kosten zu kontrollieren, ist, Anbieter mit einer so genannten Tarifansage zu nutzen. Hierbei wird vor jedem Gespräch kostenlos eine Ansage vorgeschaltet, die den aktuellen Preis für das Gespräch bekannt gibt. Der Kunde zahlt erst ab dem Zeitpunkt des tatsächlichen Verbindungsaufbaus, es bleibt also genügend Zeit zum Auflegen, sollte der Preis höher liegen als erwartet. Doch wenn zum Beispiel die Verbraucherzentralen immer wieder raten, nur noch Anbieter mit Tarifansagen zu nutzen, ist dies eine zu pauschale Aussage. Es gibt genügend Anbieter die trotz Tarifansage an ihren Zeitfenstern drehen. Eine Tarifansage garantiert dem Kunden noch lange keine faire Preisgestaltung - sie ermöglicht es nur, den Preis vor Aufbau der Verbindung ein letztes Mal zu prüfen. Ebenso gibt es aber Anbieter wie Tele2 und Arcor, die gar keine Tarifansage schalten, zum Beispiel für Inlandsgespräche in der Nebenzeit jedoch trotzdem seit langer Zeit attraktive und stabile Preise bieten.

Tarifgarantien nutzen!

Wer gar nicht erst beständige Anbieterwechsel mitmachen möchte, sollte Ausschau nach so genannten Tarifgarantien halten. So mancher Anbieter garantiert dabei seinen Kunden für bestimmte Gesprächsziele für eine gewisse Dauer ein- und denselben Preis. Vor allem bei längerfristigen Garantien von einem Monat Dauer oder mehr lohnt sich dies. Zwar liegt das Preisniveau hier oftmals etwas über den günstigsten Tarifen in diesem Segment - dafür muss sich der Kunde aber auch während der Gültigkeit der Garantie keine Gedanken mehr über plötzliche Tarifwechsel machen. Ein Beispiel dafür ist die aktuelle Tarifgarantie von Tele2: Gespräche in der Nebenzeit und am Wochenende ins deutsche Festnetz kosten bis zum 30. Juni maximal 0,95 Cent.

In jedem Fall gilt jedoch am Ende des Abrechnungszeitraumes: Kontrolle der Telekom-Rechnung. Sämtliche Unternehmen, die offenes Call by Call anbieten, rechnen über eigene Posten auf der Telekom-Rechnung ab. Dabei sollte anhand eines Einzelverbindungsnachweises (EVN) geprüft werden, ob alle Verbindungen korrekt abgerechnet wurden. Dabei muss beachtet werden, dass bestimmte Firmen zusammen unter einem Rechnungsposten erscheinen.

Gespräche zu Mobilfunkzielen

Die Tarife für Gespräche in die Mobilfunknetze weisen im Unterschied zu inländischen Festnetzgesprächen nur selten variierende Zeitfenster auf. Dafür wechseln hier gerne die Abrechnungstakte. Wurde gestern noch im 60/60-Takt abgerechnet, kann heute ein 300/300-Takt gelten. Bei Takten, die für den Kunden ungünstiger sind als die minutenbasierte Abrechnung, wird dies in der Regel bei Anbietern mit Tarifansage nach dem Preis mit angesagt. Auch hier gilt wie bei Gesprächen ins Festnetz: Nehmen Sie längere Abrechnungstakte nur dann in Kauf, wenn dafür der Minutenpreis deutlich denjenigen der Konkurrenz unterbietet. Bei kürzeren Gesprächen zahlen Sie ansonsten klar drauf.

Anbietername
(Stand: 02.04.2007, 12 Uhr)
Abrechnungs-
takt
Minutenpreis
um 15 Uhr
Gesprächsdauer
1,5 min. 7 min. 22 min.
01084 Telecom 60/60 12,0 ct. 24,0 ct. 84,0 ct. 264,0 ct.
010012 300/300 10,6 ct. 53,0 ct. 106,0 ct. 265,0 ct.
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