wettbewerbsfähig

Ericsson will EDGE-Geschwindigkeit verdreifachen

Geschäft in Deutschland soll zudem deutlich zulegen
Von Janko Weßlowsky mit Material von dpa
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Ericsson hat sich das Ziel gesetzt, die Datengeschwindigkeit bestehender GSM-Netze bis auf 1 MBit/s zu erhöhen. Vor kurzem wurde EDGE Evolution vom 3GPP als Branchenstandard anerkannt. In diesem Zusammenhang bestätigte Ericsson das Ziel, EDGE Evolution ab 2009 als Software-Upgrade für bestehende Mobilfunknetze anzubieten.

EDGE Evolution bedeute nicht nur bis zu 300 Prozent höhere Datengeschwindigkeiten. Auch Latenz, Abdeckung und Bandbreiteneffizienz verbesserten sich erheblich. Die verbesserte Leistung bei der Datenübertragung in GSM-Netzen bilde eine wichtige Ergänzung zu WCDMA/HSPA-Hochgeschwindigkeits-Netzen (UMTS). Auf diese Weise werde die steigende Nachfrage nach höheren Bandbreiten und mehr Mobilität gedeckt.

"EDGE Evolution baut auf dem 3GPP-Standard auf, über den die Verbesserungen bestehender Technologien geregelt sind", erklärt Ulf Ewaldsson, Vice President und Leiter des Produktbereichs Funk bei Ericsson. "Das bestätigt den von Ericsson erkannten Trend zu EDGE-fähigen GSM-Netzen und -Terminals."

Durch höhere Datengeschwindigkeiten und Kapazitäten sollen die GSM-Netze 3G-fähig werden. Ericsson erreicht dieses Ziel durch Softwareupgrades von bestehenden Netzkomponenten. Auf diese Weise werden 3G-Dienste schnell für den Massenmarkt verfügbar.

Ausbau des Geschäfts auf Kosten der Konkurrenz

Der Telekomausrüster Ericsson will sein Geschäft in Deutschland zu Lasten der Konkurrenz deutlich ausbauen. "Obwohl der Markt für Infrastruktur stagniert, wollen wir zulegen", sagte Deutschlandchef Stefan Kindt am Freitag auf der Computermesse CeBIT in Hannover der Finanznachrichten-Agentur dpa-AFX. Er erwarte einen Umsatz-Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich. Derzeit erzielt Ericsson einen Umsatz im mittleren bis oberen dreistelligen Millionenbereich. Profitieren will der Weltmarktführer von der Aufrüstung der Telekomnetze für schnelle Datendienste und der Auslagerung von Netzen nach dem Vorbild von E-Plus.

Sein Unternehmen sieht er besser für den Wettbewerb gerüstet als die neu formierten Konkurrenten Alcatel-Lucent und Nokia Siemens. "Die Integration von Marconi ist im wesentlichen abgeschlossen", sagte Kindt. Der schwedische Mutterkonzern hatte die britische Marconi im Jahr 2005 übernommen und damit sein Marktposition ausgebaut. Nach dem Abbau von rund 600 Arbeitsplätzen in Deutschland sei nun wieder Ruhe im Konzern eingekehrt. Ericsson beschäftigt 2 300 Menschen in Deutschland, die Hälfte davon in Forschung und Entwicklung.

Als einen Wachstumstreiber neben der Aufrüstung der Telekominfrastruktur sieht Kindt die Auslagerung von Netzen. Der Mobilfunkanbieter E-Plus lässt künftig sein Netz von Alcatel-Lucent betreuen, wovon sich die Gesellschaft eine deutliche Kostensenkung verspricht. "In den Wachstumsphasen war die Netzabdenkung wichtig, nun stehen Vermarktungsthemen mehr im Vordergrund", sagte Kindt. Nach Einschätzung von Experten werden andere Anbieter dem Vorbild von E-Plus folgen. Ericsson führe bereits erste Gespräche mit den Kunden, sagte Kindt, ohne Namen zu nennen. "Da die Entscheidung aber weit reichende Folgen hat, nehmen die Prozesse länger in Anspruch."

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