Vorsicht

Vorsicht: 018-Nummern können sehr teurer sein

Bundesnetzagentur will gegen Missbrauch von 0181-Nummern vorgehen
Von Thorsten Neuhetzki

0180-Nummern kennt mittlerweile fast jeder und kaum jemand kommt an ihnen vorbei. Denn wer den Kundenservice größerer Firmen anrufen will, ist fast immer gezwungen, diese Nummern zu wählen. Der Preis für die am häufigsten verwendete Nummer, die 01805, ist zum 1.  Januar um 2 Cent auf 14 Cent pro Minute gestiegen. Das ist deutlich mehr als ein Ferngespräch, aber deutlich weniger, als für andere Nummern der 018-Gasse berechnet wird. Seit einiger Zeit gibt es in Deutschland sogenannte VPN-Nummern (VPN steht für Virtuelles Privates Netzwerk), die aus der Gasse 018-stammen und frei tarifierbar sind.

Solche VPN-Nummern verwenden in Deutschland zum Beispiel die Deutsche Bank oder die Barmer Ersatzkasse, um ihre einzelnen Filialen und den Kundenservice telefonisch erreichbar zu machen. Hier ist der Einsatz einer solchen 018-Nummer insofern sinnvoll, als dass alle Filialen in einer identischen Rufnummerngasse hängen und jede Filiale ihre eigene Durchwahl hat. Auch die Kosten sind, im Vergleich zu 0180, moderat: Die Anwahl der Barmer-Nummern kostet aus dem Netz der Deutschen Telekom nur 2,9 Cent pro Minute, die der Deutschen Bank immerhin 9,9 Cent pro Minute.

VPN-Nummern als 0900-Ersatz

Doch nicht alle Inhaber von VPN-Nummer geben eine solch moderate Tarifierung vor. Am Beispiel 1-2-3.tv zeigt sich nicht nur, dass VPN-Nummern zu einem 0900- bzw. 0137-Ersatz verkommen, sondern auch, dass die Zuweisung einer VPN-Nummer nicht immer sinnvoll erscheint. 1-2-3.tv ist ein Shopping-Sender, der per Fernsehen Auktionen durchführt. Um an einer solchen Auktion teilnehmen zu können, musste der Kunde die 018133123 anrufen. Mittlerweile hat 1-2-3.tv seine Nummer geändert: Aktuell wird eine 01377-Nummer genutzt, eine 0181-Nummer wird nur noch beim Kundenservice eingesetzt.

Die Preisangabe für diese 018-Nummer bzw. jetzt 01377-Nummer kann nach Erfahrungen der teltarif-Redaktion hingegen nur der lesen, der einen guten Fernseher samt Digitalempfang sein Eigen nennt. Analogkunden sehen nach unseren Erfahrungen mehr oder weniger nur einen schwarzen, schmalen Balken, da die Schrift zu klein gewählt wurde. Eine aus unserer Sicht sehr fragwürdige Darstellung angesichts eines Minutenpreises von stolzen 99 Cent bzw. nun 1 Euro pro Anruf. Anfangs setzte der Sender noch auf eine 01804-Rufnummer, bei der die Kunden für einmalig 24 Cent beliebig lange in der Auktion bleiben konnten, ohne weitere Kosten zu generieren. Der Sender sieht das Problem der zu kleinen Preisangabe nicht und spricht davon, dass die Schrift auf eigenen Monitoren sichtbar sei. Zudem würden alle Konditionen in den AGB ausgeführt. Außerdem habe man die Schriftgröße unlängst erhöht.

Auszahlung bei 018-Nummern im Graubereich

Der Verdacht liegt nahe, dass bei einem Preis von 99 Cent pro Minute eine Auszahlung an den Inhaber stattfindet. Nach Angaben der Bundesnetzagentur ist das in den Zuteilungsbestimmungen für 0181 auch nicht ausdrücklich verboten. Wenn hier also Auszahlungen an den Inhaber stattfinden, dürfte dieses von der Bundesnetzagentur zwar nicht gewünscht sein, allerdings handelt es sich rechtlich offenbar um einen Graubereich. Der Verdacht, dass 1-2-3.tv einen Auszahlungsbetrag für die Anrufe bekommt, wird auch durch eine neue Passage in den Bedingungen für Gebote, die über die Homepage abgegeben werden, untermauert: "Für Angebote, die über das Internet www.1-2-3.tv abgegeben werden und die zum Erwerb des Produktes führen, wird eine Internet-Transaktionsgebühr in Höhe von 0,99 Euro fällig." In der Startphase waren diese Gebote kostenfrei.

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