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E-Plus setzt auf Kosten- und Preissenkungen

Netzausbau steht im Fokus aktueller Investitionen
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Der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter E-Plus setzt auf Kosten- und Preissenkungen und weniger auf neue Services, Anwendungen und größere Bandbreiten. Dies ist eine der Kernaussagen von Elmar Grasser, Geschäftsführer Technik beim Düsseldorfer Anbieter, in einem Gespräch mit der teltarif-Redaktion am Rande des 3GSM Weltkongresses in Barcelona. Grasser schätzt vor allem jene Innovationen, die möglichst direkt zu einer Kostensenkung und somit auch zu niedrigeren Preisen beim Endkunden führen und will sich nicht in Innovationsprojekten oder Anwendungsszenarien verrennen, die nur für einen kleinen Kundenkreis Vorteile bringen. Demnach werde derzeit auch alle Energie in den Ausbau und die Optimierung des bestehenden GSM-Netzes gesteckt.

E-Plus will Preisführer bei Telefonie und SMS sein

Grasser, wie viele der aktuellen Führungskräfte von E-Plus vormals beim österreichischen Anbieter tele.ring tätig, sieht sein Unternehmen als jenes mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis am Markt und will alle weiteren Aktivitäten an diesem Merkmal ausrichten und optimieren. Dabei gehe es vor allem um preislich attraktive Angebote in den Kernbereichen Telefonie und Daten, bei letzterem hauptsächlich um die Bereiche SMS und GPRS. Für eine Vielzahl von Endkunden und Anwendungen sind Beobachtungen von E-Plus zufolge Datenübertragungen im GPRS- und UMTS-Standard völlig ausreichend. Daher werde es auch in der näheren Zukunft keine Investitionen in den 2,5G-Datenturbo EDGE geben, der beim Surfen und Mailen auf dem mobilen Endgerät nur geringe Vorteile biete.

Im Bereich SMS räumte Grasser für den Netzbetreiber "äußerst komfortable Margen" ein, verwies aber gleichzeitig auf günstigere Angebote für bestimmte Zielgruppen, wie z. B. bei vybemobile. Trotz allem sehe er bei den Kurznachrichten für die Zukunft durchaus Raum für weitere preisagressive Angebote. Genauere Details kündigte Grasser noch nicht an.

Große Anstrengungen im Netzausbau

E-Plus ist nach den Aussagen von Grasser selbst vom großen Markterfolg der im Frühjahr 2005 eingeschlagenen Mehrmarkenstrategie überrascht worden. simyo, ALDI-Talk (medionmobile), Base und Co. hätten binnen kurzem so viele Kunden in das Netz gespült, dass dieses in der Vergangenheit häufiger und früher als in Düsseldorf gedacht an die Kapazitätsgrenzen gestoßen sei. Aktuell investiert E-Plus aber massiv in den Netzausbau, allen voran in den Roll-Out von EGSM900. Vor allem in ländlichen Gebieten und innerhalb von Gebäuden können damit deutliche Kapazitäts- und Abdeckungsvorteile erzielt werden. Grasser räumte aber auch ein, dass die Installation der EGSM900-Basisstationen zusätzlich zum bestehenden GSM-Mobilfunknetz in manchen Gebieten nicht so problemlos wie gewünscht verlaufen ist, so dass es hier zu einigen Netzproblemen gekommen sei. An der Beseitigung dieser arbeite er derzeit mit seinem Team mit Hochdruck.

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