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Yahoo! Go 2.0 holt Kosten für UMTS-Lizenzen wieder rein

Internetdienstleister und Vodafone bieten gemeinsamen Instant Messenger an
Von Björn Brodersen

Geht es nach den Vorstellungen des Internetdiensteanbieters Yahoo!, dann zahlen Mobilfunkkunden in Zukunft kaum mehr für die Internetnutzung per Handy. Das Unternehmen bietet mit seiner vor einem Monat auf der CES in Las Vegas gelaunchten Software Yahoo! Go for Mobile 2.0 die Möglichkeit, einen Teil ihrer immensen Investitionen in die notwendige Infrastruktur für schnelle Datenübertragungen (UMTS) durch Werbeeinnahmen wieder reinzuholen. Die Idee: Yahoo! verbindet gezielte Werbung mit Diensten wie eine optmierte Suche, Nachrichten, E-Mail und dem Fotodienst Flickr. Zum Start des 3GSM World Congress in Barcelona hat Yahoo! die Java-basierte Anwendung von der Beta- in die Gamma-Phase überführt.

Zielgenauere Suche: oneSearch

Prunkstück der in die Applikation integrierten Dienste ist die so genannte oneSearch, die der Menge an unzähligen unnützen Suchergebnissen, die man von Internetsuchmaschinen gewohnt ist, ein Ende setzen soll. Statt Masse erhält der Nutzer vielmehr zunächst eine begrenzte Anzahl an passenderen Resultaten, zum Beispiel standort- oder ereignisbezogen. Wer zum Beispiel den Namen einer Stadt in die Suchmaske eingibt, wird so nicht nur zur offiziellen Website der Stadt geführt sondern erhält auch Verweise auf Seiten, die etwa Informationen und Fotos zum Wetter, zu Kultureinrichtungen und zu Festivitäten bieten. Alle Inhalte sollen werbefinanziert und damit für den Nutzer - abgesehen von den Datenübertragungskosten - kostenfrei sein.

Zu den weiteren Yahoo!-Diensten auf dem Handy zählen RSS-Feeds, Yahoo! Mail, Yahoo! Messenger sowie eine Benachrichtigung in Echtzeit, wenn neue E-Mails eintreffen. Es können auch Inhalte anderer Anbieter in Go for Mobile 2.0 eingebunden werden. Im ersten Monat registrierte das Unternehmen rund 400 000 Download-Requests der Nutzer für die Software.

Hersteller und Mobilfunkbetreiber profitieren von Display-Werbung

Eventuell kann der auf rund 100 Mid-Range-Geräten einsetzbare Dienst auch dazu beitragen, dass die kooperierenden Netzbetreiber die durch Go für Mobile 2.0 erzielten Werbeeinnahmen an die Kunden weitergeben und die Entgelte für die mobile Datennutzung absenken. Diesen Eindruck erweckte zumindest Marco Boerries, Senior Vice President der Abteilung Connect Life von Yahoo!, heute in Barcelona. Dass die Mobilfunkbetreiber so altruistisch handeln werden, darf jedoch bezweifelt werden.

Yahoo! lädt alle Mobilfunkbetreiber und Hersteller dazu ein, die Kombination aus mobilen Internetdiensten und Werbung auf dem Handydisplay auf ihren Geräten einzusetzen. An den Umsätzen sollen jeweils beide Seiten beteiligt werden. Die Display-Werbung von Yahoo! wird bereits von Mobilfunkbetreibern in 19 Ländern eingesetzt, zu den Handy-Herstellern, die mit Yahoo! kooperieren, gehören laut Boerries unter anderem LG, Motorola, Nokia, RIM/Blackberry und Samsung.

Auch Vodafone arbeitet mit Yahoo! zusammen

Eine Zusammenarbeit haben auch Yahoo! und der Netzbetreiber Vodafone beschlossen. Sowohl auf den mobilen Endgeräten als auch auf heimischen PCs soll ein unter beiden Marken laufender Instant Messenger eingesetzt werden. Nutzer sollen damit auch vom PC kurze Mitteilungen an Mobilfunknummern schicken können. Beide Unternehmen wollen zukünftig zusammen weitere Kommunikationsdienste entwickeln. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Meldung zur Vodafone-Pressekonferenz in Barcelona.