China

Vodafone sieht sich als Marktführer und bleibt teuer

Aber auch: Neue kostengünstige Vodafone-Handys aus China

Vodafone setzt künftig verstärkt auf Instant-Messaging - so die Kern-Aussage der Pressekonferenz im Umfeld des 3GSM Weltkongresses vom heutigen Nachmittag. Im Rahmen der eigenen "Mobile-Plus"-Strategie will der nach eigenen Angaben weltweit führende Mobilfunkanbieter weit mehr als "nur" mobile Telefonie und SMS anbieten. Im Rahmen dieses neuen Fokus arbeitet das Unternehmen mit den beiden größten IM-Communities Microsoft und Yahoo! zusammen.

Mit dieser Strategie geht Vodafone einen anderen Weg als beispielsweise T-Mobile. Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom hat nämlich im Kleingedruckten zu seinen Datentarifen die Nutzung von Instant-Messaging-Diensten offiziell ausgeschlossen. Technisch wird die Nutzung der Services bislang allerdings nicht unterbunden.

Keine Einbrüche der SMS-Einnahmen erwartet

Vodafone erwartet nach Aussagen von Frank H. Rövekamp, Marketingchef von Vodafone Weltweit, keine nennenswerten Einbrüche bei den Einnahmen im Messagingbereich, obwohl die neuen IM-Lösungen von etlichen Kunden in einigen Situationen sicherlich auch als Ersatz von Kurznachrichten gesehen werden können. Konkrete Angaben zu den kommenden Preisen wollte Vodafone heute noch nicht machen. Auf Nachfrage nannte Rövekamp aber einige Gedanken zu kommenden Preismodellen. Der Netzbetreiber betont bei allen Diensten in der mobilen Welt das herausragende Nutzererlebnis, das durch eine perfekte Integration und Anpassung auf bestimmte mobile Endgeräte erreicht werden kann. Daher gebe es auch eine nachhaltige Begründung, dieses Nutzungserlebnis angemessen zu bepreisen. Für den IM-Bereich soll es dabei verschiedene Tarifkonzepte geben. Eines davon kann eine nutzungsabhängige Berechnung sein, ebenso sind event- oder zeitraumbasierte Abrechnungsmodelle möglich. Eine komplette Absage erteilte Rövekamp aber der Frage, alle Dienste im mobilen Internet über einen bestimmten Pauschalbetrag abzugelten. Er will stattdessen weiterhin auf die Berechung einzelner Dienste setzen.

Neue IM-Dienste können mit einer breiten Palette an Handys genutzt werden

Die neuen IM-Services können sowohl vom PC als auch von mobilen Endgeräten wie Mobiltelefonen oder PDAs genutzt werden. Die Dienste werden dabei jeweils mit den Partnern Microsoft und Yahoo! und in Zukunft voraussichtlich einem weiteren Partner im Cobranding angeboten werden. Die neue IM-Lösung im Rahmen der Zusammenarbeit mit Microsoft basiert auf dem Windows Live Messenger. Hat man bereits eine Kontaktadresse von Microsoft oder Yahoo!, so gilt diese in Zukunft in der mobilen Welt. Steigt man über Vodafone als Neunutzer im IM ein, so erhält man eine entsprechende Vodafone-Adresse zur Nutzung der Instant-Messaging-Dienste.

Der neue IM-Service, der erweiterte Kommunikationsmöglichkeiten bereitstellen wird, soll im Laufe des Jahres eingeführt werden. Mit dem Dienst werden User in der Lage sein, bestehende Adressbücher auf dem Handy und entsprechende Kontaktlisten der IM-Dienste bei Microsoft oder Yahoo! zu nutzen und den Online-Status ihrer Kontakte zu sehen. Ebenso können Textnachrichten ausgetauscht werden - unabhängig davon, ob die User einen PC oder ein mobiles Endgerät nutzen.

Die gemeinsame Instant-Messenger-Lösung wird dabei nicht nur auf Endgeräten mit dem Betriebssystem Windows Mobile verfügbar sein, sondern auch auf ausgewählten Endgeräten mit anderen Betriebssystemen. Vodafone setzt augenscheinlich verstärkt auf Instant Messaging, um das bestehende SMS-System zu ergänzen bzw. eventuell in andere Netze abwandernde Nachrichtenaktivitäten ihrer Nutzer in das eigene Netz bzw. Angebot zurückzuholen. Vodafone selbst sieht Instant Messaging als "ein stark wachsendes Segment. Indem wir unsere Kunden zusammenbringen, erhalten diese mehr Möglichkeiten, über Messaging in Kontakt zu bleiben", lautet daher auch die abschließende Einschätzung von Frank H. Rövekamp.

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