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Altobridge: "Mobiltelefonie ohne Mobilfunknetz"

Einsatzbereiche liegen in der Luft, auf hoher See und in entlegenen Gegenden

Der amerikanisch-irische Technologieanbieter Altobridge stellt im Rahmen des 3GSM Weltkongress zahlreiche Lösungen vor, die Mobilfunkanwendungen auch in jenen entlegenen Gebieten zu ermöglichen, in denen kein klassisches Mobilfunknetz im GSM- oder UMTS-Standard verfügbar ist. Altobridge hatte zuletzt in Expertenkreisen für Aufhorchen gesorgt, sind sie doch Partner von AeroMobile [Link entfernt] , die in Kürze die Nutzung normaler Mobiltelefone an Bord eines Linienflugzeuges ermöglichen wollen. Medienberichten zufolge soll das erste Flugzeug von Emirates in den kommenden Wochen abheben. Die mobile Mobilfunk-Basisstation von Altobridge (nicht im Bild: Satellitenantenne)
Foto: teltarif.de

Kernpunkt der Altobridge-Technologie ist eine mobile Mobilfunkbasisstation, die die Nutzung klassischer GSM-Handys mit SIM-Karten möglich macht. Die Verbindung der nicht durch ein normales Mobilfunknetz erschlossenen Gebiete, z. B. internationale Gewässer, an den "Rest der Welt" erfolgt dann über ein Satellitenkommunikationsnetz, beispielsweise Inmarsat. Darüber hinaus verfügt die Altobridge-Basisstation über intelligente Software zur Datenkompression, um die verwendete Satellitenverbindung bestmöglichst auszunutzen. Ebenso können bestimmte Nutzer das Mininetz bevorzugt nutzen oder eben bestimmte Mobilfunkanwender konkret ausgeschlossen werden, was die Nutzung der Technologie im Katastrophenschutz oder nach Naturkatastrophen attraktiv machen soll.

Mobilfunkbasisstation zum Mitnehmen

Altobridge zeigte in Barcelona ähnliche Technologiekomponenten wie sie in Kürze auch in den Flugzeugen von Emirates zum Einsatz kommen. Mittlerweile kann man eine mobile Basisstation in der Größe und dem Gewicht eines herkömmlichen Reisekoffers bekommen. Diese lässt sich zum Beispiel auch auf Handelsschiffen fest installieren, um dann in internationalen Gewässern, dem Schiffsführer und allen Mitarbeitern, Sprachtelefonie und SMS-Nachrichten anzubieten. Hierzu gab es bereits im letzten Jahr zwei Trails bei europäischen Reedern, die sowohl die technologische als auch wirtschaftlichen Aspekte des Systems zu testen. Dabei wurde Sprachtelefonie zu Preisen von gut einem Euro und SMS-Nachrichten zu einem Preis von 40 bis 55 Eurocent angeboten. Die Preise werden sowohl für abgehende als auch eingehende Telefonate und Nachrichten berechnet.

Im Vergleich mit nationalen Mobilfunktarifen erscheint dies noch sehr teuer, vergleicht man diese Preise jedoch mit jenen der Satellitennetzbetreiber oder mit Roamingtarifen der Mobilfunkanbieter an Bord von Kreuzfahrtschiffen, so erscheint das Preisniveau des Testlaufes in einem anderen Licht. Die Tests zeigten nach Unternehmensangaben durchwegs positive Ergebnisse: Die Sprachqualität sei gut, unterbrechungsfrei und ohne störende Verzögerungen gewesen, die Mitarbeiter auf See nahmen das Angebot an und nutzten dies rege (77 Minuten und 30 SMS pro Monat), obwohl alle Leistungen auch im Testlauf bereits im Prepaid-Verfahren bezahlt werden mussten.