Zusammenarbeit

Nokia-Siemens-Networks setzt auf Kontinuität

Alle bisherigen Produkte werden unterstützt

Auf der ersten gemeinsamen Pressekonferenz hat das Joint Venture Nokia Siemens Networks die künftige Strategie vorgestellt. Demnach werden alle bisherigen Produkte der bisherigen Konkurrenten Nokia und Siemens auch weiterhin unterstützt. Im Bereich der Mobilfunk-Basisstationen werden sowohl die Nokia- als auch die Siemens-Produkte weiterentwickelt. Jedoch soll ein gemeinsamer Radio Network Controller (kurz RNC) entwickelt werden, an den Node-Bs beider Linien angeschlossen werden können.

Im WiMAX-Bereich werden für die "feste" WiMAX-Versorgung die Produkte von Siemens übernommen und weiterentwickelt, während für "mobile WiMAX" Nokias Systeme zum Zug kommen. Im Kernnetz, etwa bei der Sprachvermittlung, wird es langfristig ebenfalls nur eine Lösung geben.

In den nächsten Jahren stehen die Netze unter hohem Ausbaudruck. Den Prognosen zufolge wird die übertragene Datenmenge um 60 bis 70 Prozent pro Jahr steigen und sich somit bis Ende 2015 etwa verhundertfachen. Neue Technologien spielen dabei eine Vorreiterrolle - schon heute werden 50 Prozent des Datenverkehrs in den Mobilfunknetzen über HSDPA abgewickelt. Derzeit tragen die Mobilfunknetze nur ein Prozent des Datenverkehrs der Festnetze, der Anteil werde hier den Vorhersagen zufolge aber schneller steigen.

Bis 2015 werden fünf Milliarden Menschen an Tk-Netze angeschlossen sein

Der Ausrüster erwartet zwei konstante Trends in den nächsten Jahren: Der Anteil der Gesprächsminuten, der über Mobilfunknetze abgewickelt wird, wird weiter steigen. Die Breitbandverbreitung nimmt analog zu, wobei in den westlichen Ländern die kabelgebundene Versorgung dominieren wird, während in den sich entwickelnden Märkten vor allem mobile Breitbanddienste und teilweise auch glasfasergebundene Systeme den Kunden versorgen werden.

Bis 2015 werden fünf Milliarden Menschen an Tk-Netze angeschlossen sein - nochmal ein deutlicher Sprung gegenüber den aktuellen Zahlen. Die meisten neuen Kunden werden über Mobilfunknetze gewonnen werden.

Das aus den Netzwerksparten von Nokia und Siemens hervorgegangene Unternehmen versorgt 600 Unternehmen (300 Festnetz, 300 Mobilnetze) in 150 Ländern. Über 20 000 Service-Techniker sind im Einsatz, um die betreuten Telekommunikationsunternehmen zu beraten. In vielen Regionen sieht man sich im Vergleich zu anderen Ausrüstern an der zweiten Position, in Nordostasien und im asiatisch-pazifischen Raum sogar auf Platz 1, in Nordamerika hingegen nur auf Platz 6. Hier ist man aber den Aussagen zufolge dabei, den Marktanteil auszubauen.

Künftige Entwicklungen betreffen insbesondere LTE, den Nachfolger von UMTS. Hier demonstriert der Konzern erstmalig ein Handover zwischen herkömmlichen Mobilfunknetzen und LTE-Netzen.

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