Hintergrund

Platz auf dem Handy: Wechselbare Speicherkarten

Die Zeit der Festplatten-Handys könnte schon wieder vorbei sein
Von Björn Brodersen
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Mobiltelefone meistern immer mehr Multimedia-Anwendungen, integrierte Megapixel-Kameras und Musik-Player gehören inzwischen zur Standardausrüstung vieler Handys. Immer neue und datenintensivere Applikationen wie zum Beispiel integrierte Digitalkameras mit immer höherer Auflösung stellen jedoch auch neue Anforderungen an die Mobiltelefone: Nicht nur müssen schnellere Prozessoren, größere oder zumindest höher auflösende Displays und leistungsfähigere Akkus bzw. stromsparendere Komponenten her, sondern auch der nichtflüchtige Datenspeicher der Handys muss erweitert werden.

Für den Anwender ist es hier besonders praktisch, wenn das Gerät über einen Steckplatz für eine Speicherkarte verfügt, denn damit lässt sich die Kapazität des Datenspeichers auch nachträglich erhöhen. Oftmals liegt dem neu gekauften Handy sogar eine Karte mit geringer Kapazität bei. Wer jedoch viele Bilder, Videoclips oder Musikdateien auf seinem Handy aufbewahren will, muss sich in der Regel noch eine größere Speicherkarte hinzukaufen. Doch was leisten die unterschiedlichen Karten und welche sind für das eigene Handy geeignet? Wir klären auf, was hinter den gängigen Speicherkartenbezeichnungen steckt.

Die Auswahl der Speicherkartenvarianten ist begrenzt

Die wichtigste Eigenschaft der in den Speicherkarten verwendeten Flash-Technologie: Der Datenbestand bleibt auch bei einer Unterbrechung der Stromzufuhr unversehrt. Zudem ist diese Form des Speichers vergleichsweise klein, robust, günstig herzustellen und weist einen geringen Energieverbrauch auf. Allerdings haben Flash-Speicher eine begrenzte Lebensdauer, insbesondere ist die maximale Zahl an Schreib- und Löschvorgängen in einer Zelle begrenzt. Zudem ist die Schreib- und Lesegeschwindigkeit deutlich langsamer als bei vielen anderen Speicherbausteinen, insbesondere den in Computern verwendeten SDRAM-Bausteinen oder den auf Computer-Prozessoren verwendeten Cache-SRAMs. Damit Speicherkarten unterschiedlicher Kapazität und Hersteller im selben Speicherkartenslot funktionieren, sind Teile der Steuerelektronik auf der Karte und nicht im Endgerät untergebracht.

Speicherkarten unterscheiden sich neben dem Fassungsvermögen, der Bauform und dem Gewicht in der benötigten Spannung, dem Stromverbrauch, in maximaler Lese- und Schreibgeschwindigkeit sowie natürlich im Kaufpreis. Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl der Speicherkarte ist natürlich die richtige Bauform und die korrekte Betriebsspannung. Dabei können die besonders kleinen Karten, die für Handys verwendet werden, in der Regel durch einen Adapter auf die etwas größeren Formate gebracht werden, die im Digitalkamera-, PDA- und PC-Bereich üblich sind. Außerhalb der jeweiligen Baureihen sind die Karten aber zueinander inkompatibel. Eine SD-Karte passt nicht in einen Compact-Flash-Slot und umgekehrt.

Die meisten Handy-Hersteller haben sich glücklicherweise für jeweils ein Speicherkartenformat entschieden, so dass die Karten meist zwischen unterschiedlichen Geräten desselben Herstellers austauschbar sind. Im Handy-Bereich gehören kleine Varianten der SecureDigital (SD), Memory Stick und MultiMedia-Card (MMC) zu den gebräuchlichen Formaten. In den oft etwas größeren PDAs kommen teilweise auch noch CompactFlash-Karten zum Einsatz.

Kleiner, leichter, billiger - aber mehr Kapazität

Die in den Speicherkarten enthaltenen Computerchips folgen wie diverse andere PC-Komponenten dem bekannten Mooreschen Gesetz: Etwa alle zwei Jahre verdoppelt sich die Zahl der Transistoren auf dem Chip bei gleichbleibender Chipgröße. Mit derselben Rate steigt auch die mögliche Speicherkapazität. Noch beschleunigt wird das Kapazitätswachstum durch so genannte Multilevel-Zellen, die auch Zwischenwerte (etwa 0, 1/3, 2/3 und 1) speichern können. Dadurch passen dann mehrere Bits in eine Speicherzelle.

Die Speicherkarten in Standardgröße können dadurch inzwischen etliche Gigabytes speichern - mehr, als vor einigen Jahren noch auf eine Festplatte passte. Und selbst die "Reduced-Size-", "Mini-" oder "Micro-" Modelle erreichen 1 GB oder gar 2 GB.

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