Schmalband

Vorerst kein UMTS bei simyo

Discounter verkauft aber jetzt Laptop-Modemkarten im Online-Shop

Wie berichtet kann der neue Datentarif der Prepaid-Discounter simyo, Blau.de und ALDI-Talk derzeit nur von ALDI-Kunden mit UMTS-Geschwindigkeit genutzt werden. Der Lebensmittel-Discounter liefert seit seinem Vermarktungsstart im Dezember 2005 U-SIM-Karten aus, die auch das Einbuchen ins 3G-Netz ermöglichen.

Damit können ALDI-Talk-Kunden mit bis zu 384 kBit/s im Internet surfen. Höhere Geschwindigkeiten sind nicht möglich, da der Netzbetreiber E-Plus den UMTS-Turbo HSDPA noch nicht anbietet. Derzeit gibt es auch noch keine konkreten Pläne für eine entsprechende Aufrüstung des Netzes.

Kunden von simyo und Blau.de sind dagegen auf GPRS-Geschwindigkeit im GSM-Netz beschränkt. Dabei werden im E-Plus-Netz nach Erfahrungen der teltarif.de-Redaktion Download-Raten von etwa 30 bis 40 kBit/s erreicht. Höhere Performance wäre durch die Integration des EDGE-Standards im GSM-Netz möglich. Das hat E-Plus allerdings bislang nicht vor.

Die simyo-Pressestelle teilte auf Anfrage von teltarif.de mit, derzeit gäbe es keine Pläne zur Ausgabe von U-SIM-Karten. Zum einen sei die Marktdurchdringung von UMTS-Endgeräten noch nicht so groß und zum anderen sehe man sich zunächst einmal an, wie das neue Daten-Angebot von den Kunden angenommen wird.

Auch Blau.de verzichtet vorerst auf U-SIMs

Auch bei Blau.de gibt es vorerst keine U-SIMs, wie das Unternehmen auf teltarif.de-Anfrage mitteilte. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass es zumindest für Neukunden später 3G-taugliche Karten gäbe. Bestandskunden würden dagegen - zumindest ohne einen Kartentausch - nicht von der besseren Performance profitieren. E-Plus schaltet - wie auch o2 - keine herkömmlichen GSM-SIM-Karten für UMTS frei. Anders sieht es bei T-Mobile und Vodafone aus, wo auch ältere SIM-Karten für das mobile Breitbandnetz freigeschaltet wurden.

Je nach Anwendung ist fehlendes UMTS kein Nachteil

Das fehlende UMTS-Netz muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Wie bereits berichtet eignet sich der neue Datentarif der Discounter (24 Cent pro Megabyte, Abrechnung im 10-kB-Takt bei 1 Cent Mindestnutzung pro Verbindung) vor allem für die Nutzung am PDA oder am Smartphone bzw. für die gelegentliche Nutzung. Für Anwendungen wie den Austausch von E-Mails und Instant-Messaging-Nachrichten oder für den Surfen auf PDA-optimierten Seiten benötigt man nicht unbedingt eine breitbandige Verbindung.

Anders sieht es aus, wenn man mit über ein Notebook surft und das Mobilfunknetz als Eratz oder Ergänzung zu einem kabelgebundenen Internet-Zugang nutzt. Je nach Surfverhalten und je nachdem, ob man auch Downloads oder Streams nutzt, wird man schnell mit der GPRS-Geschwindigkeit im GSM-Netz unzufrieden sein. Dann jedoch ist man allerdings auch tariflich bei den Discountern nicht gut aufgehoben, denn für 100 MB fallen schon 24 Euro an, 200 MB kosten 48 Euro - und somit mehr als doppelt so viel wie bei T-Mobile und Vodafone mit entsprechenden Datenoptionen.

Dennoch zielt zumindest simyo auch auf Kunden ab, die ihre Karte zumindest gelegentlich auch zum Surfen am Laptop betreiben. Das Unternehmen verkauft im Handy-Shop auf seiner Homepage jetzt auch eine Modemkarte im PCMCIA-Format vom Typ Novatel Merlin U530. Diese kostet 178,90 Euro und ist auch schon für die UMTS-Nutzung geeignet.