Microsoft-Betriebssystem Windows Vista ab heute erhältlich
Nach mehr als fünf Jahren Entwicklungszeit und zahlreichen Verspätungen kommt
heute der Nachfolger von
Microsofts
Betriebssystem XP für Privatanwender auf den Markt. Vista werde optisch moderner,
inhaltlich umfangreicher und vor allem sicherer sein als alle seine Vorgänger,
verspricht Microsoft. Dennoch erwarten weder Experten
noch das Unternehmen einen Ansturm auf das neue Betriebssystem, denn Computerlaien
schrecken häufig vor den Kinderkrankheiten neuer Software zurück. Microsoft-Gründer
Bill Gates gibt auf dem Times Square in New York den Startschuss für die weltweite
Produkteinführung für Privatkunden. Firmenkunden können Vista bereits seit Ende
November kaufen.
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Mit dem neuen Betriebssystem droht dem US-Softwaregiganten Ärger aus Brüssel: EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes prüft eine Beschwerde des europäischen Herstellerverbands ECIS. EU-Konkurrenten wie IBM und Nokia werfen Microsoft vor, ihnen bei Vista wichtige Informationen über Programm-Schnittstellen zu verheimlichen, die eine Kombination mit anderer Software erlauben. Die europäischen Hersteller werfen dem US-Konzern zudem vor, mit Vista seine dominante Stellung auf das Internet auszuweiten zu wollen. Sollte die Kommission die Vorwürfe für berechtigt halten, könnte sie erneut millionenschwere Zwangsgelder gegen Microsoft verhängen. Wegen ähnlicher Wettbewerbsverstöße bei Windows hatte die EU-Kommission Microsoft vor drei Jahren eine Rekordstrafe von fast einer halben Milliarde Euro aufgebrummt.