10 Cent

Zehnsation: Der neue E-Plus-Tarif im Test

Discounter für Vieltelefonierer jetzt teurer als der Netzbetreiber

T-Mobile und Vodafone setzen derzeit vor allem auf ihre Minutenpakete. Auch den Vergleich mit diesen Tarifen muss die Zehnsation nicht scheuen. So zahlen die T-Mobile-Kunden schon für 50 Minuten bei Verzicht auf ein Handy 10 Euro - für den gleichen Preis bekommt man bei E-Plus schon 100 Gesprächsminuten. Der Relax 100 eco schlägt bei T-Mobile mit 19 Euro zu Buche. Für diesen Preis können Zehnsations-Kunden schon 190 Minuten telefonieren.

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Vergleich mit dem Tarif Relax 200 eco von T-Mobile. Dieser kostet 29 Euro monatlich. Das sind 9 Euro mehr als E-Plus-Kunden mit Zehnsation für die gleiche Leistung zahlen. Es kommt dazu, dass die Folgeminuten nach Verbrauch des Inklusivkontingents bei T-Mobile deutlich teurer sind. Bei E-Plus bleibt der Minutenpreis von 10 Cent immer konstant. Bei den genannten T-Mobile-Tarifen fallen hierfür zwischen 39 und 49 Cent an.

Lediglich Kunden, deren Telefonierkaufkommen bei rund 1 000 Minuten im Monat liegt, fahren mit T-Mobile günstiger: Der Relax 1000 eco kostet 59 Euro im Monat. Für diesen Preis gibt es bei E-Plus nur 590 Minuten. Wer dagegen noch wesentlich mehr telefoniert, ist mit dem neuen E-Plus-Tarif wieder besser bedient. Ab der 1 001. Minute zahlt man bei T-Mobile nämlich minütlich 29 Cent, während es bei E-Plus beim bekannten 10-Cent-Preis bleibt.

1 200 Minuten kosten bei T-Mobile 117 Euro, bei E-Plus 120 Euro. Wer noch mehr telefoniert, findet in der Zehnsation den günstigeren Tarif. Es kommt dazu, dass die 59 Euro Grundpreis für den Relax 1000 eco auch dann anfallen, wenn man beispielsweise urlaubsbedingt nur 100 Minuten telefoniert. Bei E-Plus zahlt man in einem solchen Fall maximal die 10 Euro Mindestumsatz.

o2 vermarktet seit Ende November vor allem seine aktuellen Genion-Angebote. Dabei gibt es mit der Genion Card S einen grundgebührfreien Tarif, der sogar ohne Mindestumsatz auskommt und eine Homezone inklusive Festnetznummer bietet. Dafür zahlt man unterwegs mit einem Minutenpreis von 19 Cent in alle Netze fast doppelt so viel wie bei E-Plus.

Handy-Flatrates bei netzübergreifenden Telefonaten teurer als die Zehnsation

Interessant ist nicht zuletzt auch der Vergleich mit den Mobilfunk-Flatrates der Netzbetreiber. Hier ist der aktuelle Base-Weihnachtstarif mit einem monatlichen Paketpreis von 20 Euro das günstigste Angebot. Dafür kann man unbegrenzt netzintern und ins Festnetz telefonieren. Allerdings ist der Minutenpreis von 25 Cent in Fremdnetze zweieinhalb mal so hoch wie bei der Zehnsation. Wer also überwiegend netzintern und ins Festnetz telefoniert und dabei auf mehr als 200 Minuten im Monat kommt, ist mit Base sicher gut bedient. Telefoniert man jedoch oft auch alle denkbaren Handynetze, so ist die Zehnsation die interessantere Alternative.

Handyfans, die oft innerhalb des E-Plus-Netzes und ins Festnetz telefonieren, sind je nach Minutenanzahl mit Base oder sogar den CleverOne-Tarifen, die ab Februar nicht mehr vermarktet werden sollen, besser bedient. Wenn die meisten Gesprächspartner den gleichen Discounter nutzen, kann es sich lohnen, vom jeweiligen Community-Tarif (zum Beispiel 5 Cent pro Minute bei ALDI-Talk oder 6 Cent pro Minute bei simyo und Blau.de) zu profitieren und dafür höhere Minutenpreise für Gespräche zu anderen Teilnehmern zu akzepzieren.

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