Fonero

WLAN-Community FON meldet über 11 000 FONspots

Immer mehr Nutzer stellen ihren Internet-Zugang zur Verfügung
Kommentare (114)
AAA
Teilen

Die unter anderem von Google und Skype mitbegründete WLAN-Community FON meldet, dass sie in Deutschland nun deutlich mehr Hotspots verzeichnet, als die Deutsche Telekom - die laut eigener Website derzeit 7 500 Hotspots betreibt. Inzwischen sollen mehr als 11 000 FONSpots deutschlandweit funken. Ziel der FON-Idee ist der flächendeckende drahtlose Zugang zum Internet - der über die gemeinsame Nutzung privater Anschlüsse umgesetzt werden soll.

"Jeder kann seinen Zugang zum Internet mit anderen teilen - entweder mit oder ohne Gebühr", erklärt Robert Lang, Europa-Chef von FON. "Die stetig wachsende Anzahl an FONspots macht deutlich, dass der Community Gedanke von FON sehr gut angenommen wird und die Foneros ihren Breitbandanschluss anderen Mitgliedern der FON Community zur Verfügung stellen. Damit hat die Community das kurzfristige Ziel - nämlich die Deutsche Telekom in punkto Hotspot-Anzahl zu erreichen, bereits deutlich übertroffen. Jeden Tag wird eine Mitgliedschaft bei FON für die bisherigen und neuen Foneros wertvoller, denn es kommen derzeit täglich über 100 weitere FONspots hinzu. Ich möchte dabei die Foneros der Community dazu ermuntern, ihre Router auch in Betrieb zu nehmen. Selbst wenn lediglich die bereits bestellten und in Auslieferung befindlichen Geräte von den Foneros angeschlossen werden, dann sind das ganz schnell ein paar Tausend weitere FONspots. Natürlich will FON sich nicht auf den verdienten Lorbeeren ausruhen, sondern wird auch weiter daran arbeiten, der Community einen stetig verbesserten Service und noch mehr FONspots zu bieten."

Wachsende Verbreitung

Den ersten Geburtstag feierte die WiFi Community vor kurzem mit über 220 000 Mitgliedern. Derzeit verzeichnet FON 11327 FONspots. Dabei stellen die Foneros einen Teil ihrer Bandbreite anderen FON-Mitgliedern zur Verfügung. Im Gegenzug kann jeder Fonero weltweit gratis an allen Hotspots der FON-Community über WLAN im Internet surfen. Davon stehen mittlerweile knapp 55 000 Hotspots weltweit zur Verfügung, und auch diese Zahl wachse täglich. Es fallen keine Mitgliedsgebühren für die Foneros an, Gäste können sich gegen eine Gebühr von 3 Euro pro Tag einloggen.

Zu Beginn der ersten Aktivitäten in Deutschland Anfang März vergangenen Jahres waren es noch kaum 100 WLAN-Pioniere, die hierzulande FONspots betrieben. Innerhalb von zehn Monaten kamen über 11 000 weitere aktive Mitglieder dazu, der Löwenanteil davon in den letzten Wochen. Als wesentlichen Erfolgsfaktor für die rasante Verbreitung der FONspots in Deutschland sieht das Unternehmen die fairen Nutzungsbedingungen. Eine Tagespauschale von 3 Euro ist im Vergleich mit anderen Hotspot-Betreibern in der Tat sehr günstig - allerdings ist es ein Unterschied, ob ein Hotspot-Betreiber seine Hotspots eigens für ein kommerzielles Angebot bereitstellt und betreibt, oder ob private Anschlüsse - für die die Nutzer so oder so bezahlen - mitgenutzt werden.

Vertrauen oder Verunsicherung?

Hier hinkt auch der Vergleich mit der Telekom - denn ein T-Spot ist verlässlich am Netz, was natürlich seinen Preis hat, während ein privat zur Verfügung gestellter Hotspot eben nicht zuverlässig verfügbar ist - hier liegt die Schwäche der FON-Idee. Problematisch ist auch die rechtliche Situation - für Verunsicherung hat ein Urteil [Link entfernt] des Landgerichts Hamburg vom 27. Juni 2006 gesorgt. Hier ging es um die Haftung für Aktivitäten Dritter, die über einen nicht geschützten WLAN-Hotspot illegale Filesharing-Dienste genutzt haben. Unabhängig davon, ob es sich bei dieser Darstellung um eine Schutzbehauptung der Betreiber des Hotspots handelte, sah das Gericht eine Pflicht für den Hotspot-Betreiber, derartige Verletzungshandlungen zukünftig zu verhindern. Das Urteil wurde bisher nicht rechtskräftig und befindet sich nun in der Berufung.

Auf diese Problematik angesprochen meinte Robert Lang, dass sich diese Problematik bei FON ja so gar nicht ergebe, denn man könne, wenn man wolle, durchaus feststellen, welcher Nutzer zu welcher Zeit online war. Es sei auch möglich herauszufinden, ob dieser dann viel Traffic verursacht habe - was bei Filesharing der Fall sei - oder ob man nur kurz Mail gecheckt habe. Insofern könne man schwarze Schafe unter den Nutzern herausfinden, wenn es darauf ankomme. Andererseits sei ein gewisses Vertrauen in der Community schon Voraussetzung für Nutzung und Bereitstellung von FONspots und die Foneros würden dem in der Regel auch Rechnung tragen.

Eine Übersicht über die verfügbaren FONspots in Deutschland und weltweit bietet FON auf http://maps.fon.com. Hier können Foneros und Interessierte recherchieren, wo in ihrer Umgebung oder am gewünschten Zielort FONspots vorhanden sind.

Wer selbst Fonero werden will, kann derzeit einen kostenlosen FON-Router über eine Aktion [Link entfernt] von PC-WELT und Fon bekommen. Auf diese Weise kann man die 29,95 Euro für den Router sparen. Die Aktion läuft bis 3. Februar. Pro Person und Haushalt kann nur einen FON-Router bestellt werden. Man sollte aber vorher abklären, ob der eigenen Internet-Provider einer Nutzung im Sinne der FON-Idee, also durch mehrere Anwender, zustimmt.

Teilen