Rücklick

10 Jahre T-Aktie: Das Auf und Ab eines Kurses

Eine Chronologie der vergangenen zehn Jahre
Von Thorsten Neuhetzki
AAA
Teilen (9)

Seit Mai 2001 war Kai-Uwe Ricke, von Ron Sommer in den Telekom-Vorstand beordert, für T-Mobile und T-Online zuständig. Am 14. November 2002 wurde Ricke vom Aufsichtsrat einstimmig zum neuen Telekom-Chef gewählt. Diesen Posten bekleidete er bis zum vergangenen Sonntag. Nach wochenlangen Querelen und Rücktrittsforderungen nahm er seinen Hut.

2004: Das Spiel mit den Säulen und der T-Online-Rückkauf

Bis Ende 2004 setzte die Deutsche Telekom auf vier Säulen in ihren Geschäftsbereichen. Dabei unterschied das Unternehmen zwischen der Festnetzsparte T-Com, der Mobilfunksparte T-Mobile, der Internetsparte T-Online und dem Systemhaus T-Systems. Diese Ausrichtung änderte Ricke: Drei Säulen sollten es sein, die die Geschäftsfelder der Telekom abdecken. Um wettbewerbsfähig zu sein, kündigte die Telekom am 9. Oktober 2004 an, die Aktien von T-Online zurückkaufen zu wollen. Die Internetsparte sollte mit der Festnetzsparte zusammengelegt werden und ein Bereich Breitband/Festnetz entstehen. Weiterhin sollten im Rahmen der Drei-Säulen-Ausrichtung die Felder Mobilfunk und Geschäftskunden abgedeckt werden.

Mit der Ankündigung, T-Online von der Börse abziehen zu wollen, machte sich Ricke unter der Aktionären aber keine Freunde: Er bot den Eigentümern der Aktien im Tausch Telekom-Aktien oder 8,99 Euro pro Anteilsschein. Das war gerade jenen Anlegern, die seit der Emission Anteile hielten, angesichts des Emissionspreises von 27 Euro viel zu wenig und ein langer Rechtsstreit begann.

2005: Die Deutsche Telekom verliert auf dem Heimatmarkt an Halt

Der alte und der neue Vorstandschef: Kai-Uwe Ricke (links) und Renè Obermann. Bild: dpa Die größte Konkurrenz hatte die Deutsche Telekom in den ersten fünf Jahren der Liberalisierung auf dem reinen Vermittlungsmarkt (Call by Call). Nur wenige Kunden wechselten mit ihrem kompletten Anschluss zu anderen Anbietern. Ab 2005 änderte sich das: Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen konnten alternative Anbieter wie Versatel, Arcor & Co. ihre Anschlüsse günstiger anbieten. Alleine zwischen September 2005 und 2006 hat der Konzern in Deutschland knapp 1,92 Millionen Festnetzanschlüsse verloren. Immerhin wurde fast die gleiche Anzahl Kunden in der Mobilfunksparte gewonnen.

erste Seite 1 2 3 letzte Seite
Teilen (9)