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10 Jahre T-Aktie: Das Auf und Ab eines Kurses

Eine Chronologie der vergangenen zehn Jahre
Von Thorsten Neuhetzki
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Die linke Hand waagerecht vor dem eigenen Körper gehalten, die rechte Hand im 90-Grad-Winkel darunter; dieses Symbol - im Sport als Time-Out-Zeichen benutzt - nutzte vor genau zehn Jahren die Deutsche Telekom als Werbemaßnahme für ihren Börsengang und setzte zudem auf den damaligen Tatort-Kommissar Manfred Krug als Werbepartner. Die T-Aktie sollte zu einer Volksaktie werden und sich nicht nur an die institutionellen Anleger richten, sondern eben auch an den Privatmann. Entsprechend aufwändig war auch die Werbekampagne für die Aktien, die schließlich für den Privatanleger 28,00 Mark kosteten. In Euro umgerechnet sind das 14,32 Euro.

1996: Erster Börsengang fünffach überzeichnet

Der Börsengang: Ron Sommer präsentiert den Emissions-Kurs. Foto: dpa Wer damals, am 18. November 1996, von seiner Bank eine Benachrichtigung über die erfolgreiche Zeichnung der T-Aktie bekommen hatte, konnte sich glücklich schätzen. Denn obwohl insgesamt mehr als 713 Millionen Aktien ausgegeben wurden, war der Börsengang fünffach überzeichnet. 10 Milliarden Euro wurden mit dem ersten der insgesamt drei Börsengänge in die Kassen des damaligen Telekom-Chefs Ron Sommer gespült. Am ersten Tag stieg die Aktie um 18,9 Prozent. Drei Jahre lang konnten sich die insgesamt 1,9 Millionen Privatanleger, die zum Start vor zehn Jahren dabei waren, glücklich schätzen: Der Aktienkurs des damaligen Monopolisten und unangefochtenen Markführers stieg kontinuierlich und nicht zu schnell. Ab Januar 1998 wurde das Leben für den Konzern mit der Firmenfarbe Magenta schwerer: Nachdem es mit Mannesmann (heute Vodafone) und E-Plus im Mobilfunkmarkt schon Konkurrenz gab, wurde 1998 auch das Festnetz liberalisiert.

1999: Zweiter Börsengang mit weniger Aktien

Nicht einmal drei Jahre nach dem ersten Börsengang folgte dann der zweite Börsengang. Mit einer abermals breit angelegten Werbekampagne richtete sich die Deutsche Telekom nicht nur an Anleger in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland und schaltete Werbespots in sieben verschiedenen Sprachen. Von den 1,7 Millionen Privatanlegern dieses Börsenganges kamen 600 000 aus dem europäischen Ausland. Sommer konnte sich aufgrund des mit 39,50 Euro deutlich höheren Emissionskurses über weitere 10,6 Milliarden Euro in der Kasse freuen - und das obwohl mit knapp 281 Millionen Aktien weit weniger ausgegeben wurden als 1996.

6. März 2000: Höchststand bei 103,40 Euro erreicht

Wer am 6. März 2000 seine Telekom-Aktien verkauft hat, hat alles richtig gemacht. Wer allerdings an diesem Tag Aktien der Telekom gekauft hat, in der Hoffnung, dass der Börsenboom weitergeht und die Aktien der Technologie-Unternehmen weiter steigen, der hat bis heute pro Anteilsschein knapp 90 Euro verloren, wenn er die Aktien immer noch im Portfolio hält. Ohnehin war das Jahr 2000 für die Deutsche Telekom ein sehr turbulentes: Nur einen Monat nach dem Telekom-Aktienhöchststand wagte sich die Telekom-Tochter T-Online auf das Frankfurter Börsenpakett. Am 17. April des Jahres kamen die Aktien für 27 Euro auf den Markt und stiegen zunächst. Die Telekom-Aktien hatten zu diesem Zeitpunkt schon einen Fall auf etwa 75 Euro hinter sich. Der Kursverlauf der vergangenen 10 Jahre.
Quelle: sbroker.de

Am 19. Juni 2000 folgte der dritte Börsengang der Deutschen Telekom. Die erlösten 13 Milliarden Euro gingen dieses Mal aber nicht an Ron Sommer, sondern an die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Der Ausgabepreis lag bei 66,50 Euro und trotz des Kurssturzes der vorherigen drei Monate war die Emission um den Faktor 3,5 überzeichnet.

Am 17. August 2000 erwarb die Deutsche Telekom eine der sechs vom Bund vergebenen UMTS-Mobilfunkfrequenzen. Dafür musste der Bonner Konzern aber tief in die Tasche greifen: Nach einem Wettbieten mit Mannesmann Mobilfunk (heute Vodafone), Viag Interkom (heute o2), E-Plus/Hutchison, mobilcom/France Télécom und der Group 3G (Quam) war der Preis auf acht Milliarden Euro gestiegen. Der Aktienkurs erreichte nun die Marke von 45 Euro.

Sommer 2002: Kurs unterschreitet die 10-Euro-Marke

Nicht einmal 400 Tage später, am 10. September 2001, erreichte die Telekom-Aktien nach einem Höhenflug wieder den Ausgabekurs von 1996: 14,32 Euro. Noch einmal 308 Tage später endete die Ära Ron Sommer: Der Vorstandsvorsitzende trat am 16. Juli 2002 zurück. Knapp einen Monat zuvor unterschritt die Aktie erstmals die Marke von 10 Euro. Neuer Vorstandsvorsitzender wurde übergangsweise Helmut Sihler. Den Tiefststand erreichte die Aktie am 30. September 2002 bei 8,42 Euro.

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