Quartalszahlen

T-Com verliert erneut eine halbe Million Kunden

Telekom-Quartalszahlen: Ricke sieht Anzeichen für eine Trendwende
Von dpa / ddp / Björn Brodersen

Der Wettbewerb auf dem deutschen Telekom-Markt hat im dritten Quartal seine Spuren beim Ertrag der Deutschen Telekom hinterlassen. Der Überschuss verringerte sich um 34 Prozent auf 980 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sei gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro gesunken, teilte das Unternehmen heute Morgen in Bonn. Alle drei Sparten inklusive des früher starken Mobilfunks verzeichneten Rückgänge. Der Umsatz erhöhte sich - getrieben vor allem vom Mobilfunkgeschäft im Ausland - von 15,06 Milliarden auf 15,48 Milliarden Euro.

Als Begründung für den Gewinnrückgang nannte die Telekom den harten Wettbewerb auf dem Heimatmarkt. Im dritten Quartal wechselten 538 000 Kunden der Festnetzsparte T-Com zur Konkurrenz. Bereits im Vorquartal war es eine halbe Million. Auf dem Heimatmarkt waren die Erlöse weiter rückläufig, allerdings absolut nur noch um 0,1 Prozent und bereinigt um 2,3 Prozent. Im ersten und zweiten Quartal dieses Jahres hatte das Minus noch bei rund vier Prozent gelegen. Aus Sicht der Telekom hat sich der Umsatz im Inland damit inzwischen stabilisiert. Mit neuen Bündeltarifen von Internet, Telefonie und Medieninhalten will Vorstandschef Kai-Uwe Ricke die Erosion der Kundenbasis stoppen.

Neue Tarife in Festnetz und Mobilfunk werden gut angenommen

Damit hat die Telekom zwar dieses Jahr zum zweiten Mal hintereinander operativ weniger verdient, den Umsatzverfall im Inland aber im dritten Quartal eingedämmt. Die vor kurzem eingeführten neuen Tarife in Festnetz und Mobilfunk zeigten Erfolge, betonte Ricke. Der Konzern sei klar auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. Das EBITDA soll demnach bei 19,2 bis 19,7 Milliarden Euro liegen und der Umsatz im laufenden Jahr auf 61,5 bis 62,1 Milliarden Euro steigen. Wegen der schwachen Entwicklung in Deutschland hatte die Gesellschaft ihre Prognose im August deutlich reduziert. Zugleich kündigte Ricke bis 2010 Einsparungen in Höhe von fünf Milliarden Euro an.

Mit ihrem Quartalsabschluss entsprach die Telekom weitgehend den Erwartungen des Marktes. In einer ersten Stellungnahme des Bankhauses Sal. Oppenheim hieß es, die Zahlen seien solide und im Wesentlichen wie erwartet. In einigen Bereichen habe die Telekom sogar etwas besser abgeschnitten als vorhergesagt.

Neue Tarife in Festnetz und Mobilfunk, die das Unternehmen im September eingeführt hatte und von denen es sich umsatzsteigernde Effekte erhofft, seien gut eingeschlagen, so die Telekom. Für die Bündelprodukte im Festnetz lägen rund 1,8 Millionen Bestellungen vor, während im Mobilfunk mehr als 500 000 neue Verträge abgeschlossen worden seien. "Dies ist ein starkes Indiz für eine klare Trendwende", erklärte Ricke. "Wir haben im Wettbewerb eindeutig eine neue Stärke gewonnen."

T-Mobile gewinnt weniger Neukunden als E-Plus

Auf dem hart umkämpften deutschen Breitbandmarkt gewann die Telekom zwischen Juni und September rund 440 000 DSL-Kunden hinzu. Wachstumsmotor war aber erneut der Mobilfunk mit einem Umsatzanstieg von rund sieben Prozent. Mit gut 800 000 neuen Teilnehmern leistete T-Mobile USA erneut den größten Beitrag zum Kundenwachstum von insgesamt 1,3 Millionen. In Deutschland kamen im dritten Quartal knapp 240 000 Kunden hinzu, womit T-Mobile hinter dem Konkurrenten E-Plus blieb.

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