Marketing

CeBIT 2007: Messe ohne Handy-Neuheiten?

Auch o2 deutet ein Fernbleiben von der Computermesse an
Von Björn Brodersen

Die Riege der Handy-Hersteller, die auf der kommenden Computermesse CeBIT keine neuen Geräte auf einem eigenen Stand präsentieren wollen, wird immer größer. Nach Nokia, BenQ Mobile und Philips verzichtet nun offenbar auch Motorola auf einen eigenen Messeauftritt. Dies erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Stattdessen wolle sich der amerikanische Handyproduzent auf Ständen von Partnerunternehmen - beispielsweise Mobilfunk-Netzbetreibern - zeigen.

Die Unternehmen begründen ihr Fernbleiben durchweg mit neuen Vermarktungsstrategien, um die Endkunden gezielter anzusprechen. BenQ Mobile und Philips sehen beispielsweise auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) bessere Möglichkeiten, die Verbraucher zu erreichen. Nokia dagegen will künftig verstärkt eigene Kommunikationsplattformen und Auftritte auf den Hausmessen ihrer Partner nutzen. Andere Hersteller wie Samsung und LG Electronics scheinen dagegen an einem CeBIT-Auftritt festzuhalten. Auf Nachfrage von teltarif.de war den jeweiligen Mitarbeitern der Pressestellen zum jetzigen Zeitpunkt nichts Gegenteiliges bekannt. Von Sony Ericsson liegt uns noch keine Stellungnahme vor.

Auch o2 tendiert offenbar zu CeBIT-Absage

Von anderen Unternehmen ist auch zu hören, dass die Messe in Hannover wegen ihres Zeitpunkts gemieden wird. Schon in den vergangenen Jahren zeigte sich beispielsweise, dass immer mehr Handy-Hersteller ihre Neuheiten schon auf dem im vorhergehenden Monat stattfindenden 3GSM World Congress zeigen. Der Mobilfunknetzbetreiber E-Plus, der wie die Hersteller Palm und Philips bereits auf der CeBIT dieses Jahres keinen eigenen Stand besaß, erklärte zum Beispiel gegenüber dem manager-magazin, das schnelllebige Handygeschäft sei schlecht mit einem festgelegten Messetermin vereinbar.

Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass auch Konkurrent o2 der CeBIT fernbleiben wird. Auf der vergangenen IFA sagte o2-Chef Rudolf Gröger, dass erst im kommenden Winter eine Entscheidung zwischen IFA- und CeBIT-Auftritt getroffen werde. Für die IFA spreche die bessere Ansprachemöglichkeit der Privatkunden.

Weitere Meldungen zur aktuellen Lage der ITK-Messe CeBIT