Kostenfalle

vzbv strengt Gerichtsverfahren gegen die Schmidtleins an

Internetfirma soll von jungen Usern Millionen kassiert haben
Von AFP / Björn Brodersen
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Die südhessische Internetfirma Andreas & Manuel Schmidtlein GbR soll in großem Stil oft jugendliche Webnutzer mit trügerischen Lockangeboten geschädigt haben. Der Schadenssumme liege in Millionenhöhe, teilte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) heute in Berlin mit. Der Verband strengte nun nach zahlreichen Abmahnungen gegen die Firma aus Büttelborn ein Gerichtsverfahren zur Gewinnabschöpfung an, weil auf den rund 20 Internetseiten des Unternehmens die Angaben zu Kosten und anderen Vertragsbedingungen nur versteckt aufgeführt gewesen seien.

Nach einem Bericht der Wetzlarer Neuen Zeitung ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Darmstadt gegen das Unternehmen wegen des Verdachts auf Betrug, Nötigung und Erpressung. Unter den Opfern sind zahlreiche Jugendliche, die Seiten mit Hausaufgaben- oder Lehrstellenangeboten aufgesucht hatten. Die Homepages, die wie etwa "www.sms-heute.com" alle im Namen die Endung "-heute.com" oder "-heute.de" tragen, bieten unter anderem Informationen zu Lehrstellen, Hausaufgaben, Fabrikeinkäufen, Gedichten, Witzen, Basteln, Tieren oder dem Versenden von SMS-Mitteilungen. Um an die Informationen zu gelangen, muss sich der Internet-Nutzer auf der Startseite anmelden.

Der Großteil der Anzeigen-Erstatter gibt der Zeitung zufolge an, den Hinweis auf die vertragliche Bindung und die monatlichen Kosten nicht gesehen zu haben. Inzwischen weist das Unternehmen auf den Starseiten prominent darauf hin, dass sich der Nutzer nach einer "Testphase" automatisch zu einem zweijährigen Abonnement verpflichtet, das ihn 168 Euro kostet.

Weitere Informationen zum Thema "Welche Möglichkeiten bestehen bei falschen Abrechnungen" finden Sie auf unserer Ratgeber-Seite.

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