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IFA: Digitale Kurzwelle startet mit einem Jahr Verspätung

Mehrere Empfänger auf der Funkausstellung vorgestellt

Wie berichtet verkauft T-Online seit kurzem Radiogeräte zum Empfang digitaler Programme im Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich. Ein Jahr später als ursprünglich geplant werden die ersten Seriengeräte auch derzeit auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert. Die Empfänger von Morphy Richards sind neben DRM, wie sich der digitale Übertragungsstandard für die Lang-, Mittel- und Kurzwelle nennt, auch für DAB und analoge Hörfunksendungen geeignet und sollen 199 Euro kosten.

Negativ fällt an den Geräten auf, dass sie über keinen Anschluss für eine externe Antenne verfügen. Außerdem hat der Hersteller keinen Batteriebetrieb vorgesehen. Dadurch ist es kaum möglich, das Radio auch portabel zu betreiben. T-Online spricht in seinem Online-Shop weiter von einem Liefertermin innerhalb der nächsten zwei Wochen. Andere Händler rechnen damit, Ende September oder Anfang Oktober beliefert zu werden. Noch im September lieferbar: Der DRM-Receiver von Morphy Richards

Sangean-Empfänger kommt erst zum Jahresende

Deutlich später als geplant kommt der DRM-Receiver von Sangean auf den Markt. Voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres wird das schon auf der Funkausstellung im vergangenen Jahr vorgestellte Gerät lieferbar sein. Das Radio bietet ähnliche Features wie das Modell von Morphy Richards, empfängt aber nicht die DAB-Programme im so genannten L-Band, das auch für die DMB-Handy-TV-Programme von debitel und MFD genutzt wird. Das Gerät wird 299 Euro kosten und ermöglicht auch den Anschluss externer Antennen.

Zwei Prototypen zeigt die Firma Himalaya [Link entfernt] . Diese sind deutlich kleiner und leichter als die Radios der Konkurrenz. Das größere Modell empfängt auch DAB, das kleinere Gerät ist nur für DRM und analoge Radioprogramme geeignet. Himalaya ermöglicht auch den Batteriebetrieb, beim großen Modell können auch Außenantennen angeschlossen werden. Wann die Himalaya-Radios auf den Markt kommen, ist allerdings noch unklar. Als Preise werden Beträge zwischen 150 und 250 Euro genannt.

Kenwood zeigt den Prototyp eines DRM-Autoradios. Dabei wird allerdings noch im Kofferraum eine externe Box benötigt, in der die Empfangselektronik für die digitalen Radiowellen eingebaut ist. Im kommenden Jahr soll aber der DRM-Empfang auf einem einzigen Chip möglich sein. Dann will Kenwood auch mit Autoradios für die digitale Kurzwelle auf den Markt kommen.

Programmanbieter zeigen großes Interesse

Während sich viele Gerätehersteller noch zurückhalten, ist das Interesse der Programmanbieter an der Digitalisierung der Lang-, Mittel- und Kurzwelle recht groß. Analoge Sendungen in diesen Frequenzbereichen finden aufgrund der nicht mehr zeitgemäßen Empfangs- und Klangqualität kaum noch Interesse. Das könnte sich mit der Digitalisierung ändern. Empfangstests der teltarif.de-Redaktion haben gezeigt, dass mit DRM durchaus eine mit dem UKW-Rundfunk vergleichbare Klangqualität erreichbar ist.

Auf der Internationalen Funkausstellung demonstriert das DeutschlandRadio den Empfang seiner Programme auf der digitalen Mittelwelle. Mit den ausgestellten Geräten am Digitalradio-Messestand konnten außerdem die Deutsche Welle, RTL Radio und B5 aktuell, das Nachrichtenradio des Bayerischen Rundfunks, empfangen werden.

Neu über DRM sendet der sachsen-anhaltinische Ableger des brandenburgischen Privatsenders OldieStar Radio. Die Station teilt sich die Mittelwellenfrequenz 1575 kHz im Rahmen eines Betriebsversuchs mit der Stimme Russlands. Bei Tests der teltarif.de-Redaktion waren die Sendungen sowohl in Berlin, als auch in Frankfurt am Main gut zu empfangen. Das zeigt, dass die digitale Mittelwelle gut geeignet ist, um Radioprogramme in guter Qualität auch in größeren Regionen zu verbreiten.

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