multifunktional

TV-Plattform: Übertragungsstandards flexibel nutzen

Rundfunk und Mobilfunk wachsen zusammen

Die Deutsche TV-Plattform hat sich auf ihrer Pressekonferenz anlässlich der Internationalen Funkausstrahlung (IFA) dafür ausgesprochen, die zur Verfügung stehenden Übertragungssysteme für Hörfunk und Fernsehen flexibel zu nutzen. "Die Trennung der Frequenzbereiche nach Hörfunk und Fernsehen und Fernsehen ist im Zeitalter der digitalen Übertragung nicht mehr erforderlich und auch nicht mehr sinnvoll - es sind ja ohnehin nur digitale Daten, die übertragen werden", argumentierte Dr. Helmut Stein, Leiter der Arbeitsgruppe MultiMediaMobil der Deutschen TV-Plattform. Das vorhandene Frequenzspektrum solle vielmehr nach Bedarf und Verfügbarkeit genutzt werden.

Auch die Wahl des Übertragungsstandards für Handy-TV solle am Bedarf orientiert werden. Ziel könne es sein, sowohl DMB, als auch DVB-H für das mobile Fernsehen je nach Anforderung ergänzend einzusetzen und in fernerer Zukunft möglicherweise auch die Vorteile beider Systeme in einem übergreifenden Konzept zu kombinieren. In der Praxis könne eine künftige Realisierung so aussehen, dass in Städten und Ballungsgebieten vorrangig im UHF-Frequenzbereich über DVB-H gesendet werden, während sich im ländlichen Raum eher der VHF-Bereich und DMB anbieten.

Von dieser ergänzenden Nutzung beider Übertragungsverfahren für das mobile Fernsehen verspricht sich die TV-Plattform eine große Programmanzahl in den Ballungszentren und eine gute Flächenversorgung mit einem Grundangebot. Voraussetzung für die Realisierung solcher Überlegungen seien naturgemäß Multiband-Empfänger, die zudem beide Übertragungsverfahren unterstützen. Dies sei derzeit noch nicht absehbar.

Wichtig sei auch die Realisierung eines Rückkanals für interaktive Dienste. Dieser könnte über die GPRS- und UMTS-Mobilfunknetze realisiert werden. Derzeit nutzen die Mobilfunk-Netzbetreiber den UMTS-Standard auch zur IP-basierten Übertragung von Fernsehprogrammen. Dieses Übertragungsverfahren stößt aber schnell an Kapazitätsgrenzen, wenn viele Kunden die angebotenen Dienste nutzen.