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Internet-Tauschbörsen: Filesharing im Überblick

Die illegalen Tauschbörsen erfreuen sich großer Beliebtheit
Von Christian Horn
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Kazaa [Link entfernt] in die Knie gezwungen, LimeWire [Link entfernt] unter Anklage - das sind nur die neuesten Highlights im seit Jahren andauernden Kampf der Musikindustrie gegen illegales Filesharing. Umsatz-Einbußen in Milliardenhöhe, jahrelang schwache Musik-Verkaufszahlen - Schuld daran sollen die Internet-Tauschbörsen und deren mit nur mangelndem Unrechtsbewusstsein ausgestatteten Nutzer haben. Wenn auch kritische Stimmen anmerken, die Musikindustrie habe die Zeichen der Zeit ignoriert, zu lange auf veraltete Geschäftsmodelle gesetzt und es jahrelang versäumt, einen funktionierenden legalen Online-Musik-Vertrieb auf die Beine zu stellen - es bleibt die Tatsache, dass sich der illegale Austausch von urheberrechtlich geschüzter Musik nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.

Die Musikindustrie gilt zwar als am stärksten geschädigt - geschätzte drei Viertel des Tauschbörsen-Verkehrs sind Musik-Titel -, ist aber keineswegs der einzig Leidtragende: Film-, Spiele- und Software-Industrie sind ebenso betroffen. Ob es nun der neueste Blockbuster ist, der noch vor der Kino-Premiere in Filesharing-Netzwerken kursiert, TV-Serien, die sonst nur als kostenpflichtige DVD erhältlich sind, teure Video-Games, in Tauschbörsen für lau zu haben, oder Computer-Software - die Filesharing-Szene schert sich nicht um Urheberrechts-Fragen und tauscht trotz Strafandrohung munter illegal weiter.

Die Aktionen der Musikindustrie lösen das Problem nicht

Filesharing-Beobachter wie ipoque oder BigChampagne stellen fest, dass nach medienwirksamen Schlägen gegen die Filesharer, wie Razzien oder Server-Beschlagnahmung, die Nutzerzahlen in den Internet-Tauschbörsen kurzfristig zurückgehen, um sich nach einigen Wochen wieder auf den vorherigen Stand einzupegeln. Ein Katz-und-Maus-Spiel? Eine Tauschbörse wird geschlossen, die Filesharer weichen auf eine andere aus. Ein Index-Server wird beschlagnahmt, schon geht anderswo ein Spiegel-Server online.

Auch wenn der Lobby-Verband der amerikanischen Musikindustrie RIAA kürzlich verkündete, durch die vielfachen Klagen habe man den illegalen Musiktausch jetzt "unter Kontrolle" gebracht, dürfte allen Beteiligen klar sein, dass der Feldzug gegen das Filesharing noch längst nicht zu Ende ist. Den neuesten Zahlen von BigChampagne zufolge stieg das Filesharing-Nutzeraufkommen im vergangenen Jahr um über 12 Prozent, inzwischen sind zu jeder Zeit durchschnittlich etwa 10 Millionen Nutzer in Internet-Tauschbörsen online. Die Aktionen der Musikindustrie werden das Problem Filesharing nicht lösen, bestenfalls verändern, glaubt BigChampange.

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