Ratgeber

Suchmaschinen: Mit Spezialschnüfflern im Internet suchen

Vorsicht vor der Konzentration auf nur eine Suchmaschine
Von mit Material von dpa
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Natürlich liegt es nicht nur an den Internetsurfern, wenn Sinnloses, tote Links oder gar Werbemüll die Sicht auf nützliche Informationen versperren. Suchmaschinenunternehmen leben von Online-Reklame, zudem versuchen Webseitenbetreiber mit gezielten Tricks, ihre Inhalte möglichst prominent in den Trefferlisten zu platzieren. Man kann Suchmaschinen leicht austricksen "Sie werden jeden Tag manipuliert, bei manchen klappt das besser, bei anderen schlechter", so Stefan Karzauninkat.

Welche Logik hinter Suchmaschinen stecke, sei weitgehend unbekannt. Google zum Beispiel ordnet nach eigenen Angaben 200 Kriterien, die in einem komplexen Algorithmus ausgewertet werden. Vor allem ist wohl wichtig, wie viele andere Seiten auf die eigene verweisen. Kaufen lasse sich die Platzierung nicht, versichert Keuchel. Geld verdiene Google ausschließlich mit Anzeigenspalten, in denen Werbe-Links passend zum eingegebenen Suchbegriff erscheinen.

Wer sich nicht durch lange Trefferlisten zu den gewünschten Informationen klicken will, kann mit speziellen Befehlen seine Suche eingrenzen. Sie lauten bei den meisten Diensten ähnlich. Wer nach Namen oder zusammenhängenden Begriffen sucht, sollte sie in Anführungszeichen setzen. Dann stehen die Begriffe nicht über das Dokument verteilt, sondern direkt in der Reihenfolge wie sie angegeben wurden

Ebenfalls hilfreich kann die Verwendung eines Minuszeichens vor einem unerwünschten Begriff sein. Damit lassen sich zum Beispiel Reklametreffer ausschließen, wenn sich herausstellt, dass bei einer Suche immer wieder Preisvergleichs-Seiten oder Online-Shops mit den gleichen Werbe-Vokabeln auftauchen. Alternativ zu der Eingabe der so genannten Operatoren per Hand können Nutzer auch die "Erweiterte Suche" verwenden, wo jene Befehle meist automatisch integriert sind.

Spezialsuchmaschinen für bestimmte Inhalte

Eine Suchmaschine ersetzt die Suche
in der Bibliothek. Fotos: web.de
Gezielter stöbern lässt sich in den vielen Spezialsuchdiensten. Sie lohnen, wenn regelmäßig Informationen in bestimmten Wissensbereichen gesucht werden. Die Spezialsuchdienste decken nur einen kleinen Teil des Internets ab und führen zu Seiten, die sich nicht selten exotischen Inhalten widmen. Sie sind etwa Anlaufpunkte für Modellbahner (www.bahnsuche.de), Hundefreunde (www.hundejo.de) oder DDR-Nostalgiker (www.ddr-suche.de). Auch für wissenschaftlich Interessierte gibt es viele Suchdienste, zum Beispiel www.forschungsportal.net oder www.biologie.de. Die Spezialschnüffler lassen sich ebenfalls mit Suchmaschinen finden. Viele Links bieten etwa die Seiten www.klug-suchen.de und www.searchcode.de.

Fazit: Nicht blindlings auf Suchmaschinen vertrauen

Wer nur grobe Informationen sucht, von denen nichts abhängt, der kann Suchmaschinen in den meisten Fällen vertrauen. Allerdings: Wer diese Informationen weiterverbreiten möchte, sollte wissen, welchen Quellen er vertrauen kann. Ist dieses nicht bekannt, sollten die Suchergebnisse durch weitere Suchmaschinen verifiziert werden. Bei inhaltlich heiklen Themen kann zudem ein Abgleich mit Medien jenseits des Internets nicht schaden. Denn nicht nur Suchmaschinen können für gezielt gesteuerte Informationen sorgen - auch die verschiedenen Seitenbetreiber könnten entsprechende Fehlinfos streuen.

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