Breitband-Alternative

Ratgeber: Kostenfallen bei Internet-by-Call umgehen

Wahl von Anbietern mit stabilen Preisen schont die Kasse
Von Ralf Trautmann

Noch vor nicht allzu langer Zeit war der Internet-Zugang über Telefonleitung und Modem Standard: Das Knarren und Fiepen bei der Einwahl dürfte sich fast jedem PC-Besitzer eingeprägt haben. Mittlerweile hat dieser so genannte Schmalband-Zugang jedoch durch die Breitband-Anbindung starke Konkurrenz erhalten, da die Provider hier mit immer günstigeren Angeboten locken, vor allem in Form von Flatrates.

Doch Schmalband-Surfen, das neben der Einwahl über den Analoganschluss auch den Zugang über ISDN bezeichnet, findet immer noch viele Anhänger, vor allem unter Gelegenheitssurfern. Denn Internet-by-Call ermöglicht einen flexiblen Zugang: Eine Vielzahl von Anbietern ermöglicht hier die kostengünstige Internet-Nutzung, oftmals ohne Grundentgelte. Nutzer in nicht mit DSL versorgten Gebieten sind zudem schlichtweg auf eine alternative Technik angewiesen.

Internet-by-Call mit verschiedenen Varianten

Internet-by-Call mit Kostenfallen
Foto: dpa
Der Schmalband-Zugang wird über die so genannte DFÜ-Einwahl genutzt: Hier wird wie bei einem normalen Telefongespräch die Verbindung über die Anwahl einer Rufnummer aufgebaut, die Anmeldung zum jeweiligen Dienst erfolgt über Benutzerkennung und Passwort. Genau dieses Prinzip legt jedoch auch den Grundstock für eine Vielzahl von Kostenfallen.

Bei Internet-by-Call können Varianten mit und ohne Anmeldung unterschieden werden. Ob sich ein Zugang mit Anmeldung rechnet, sollte genau abgewogen werden, da bei solchen Angeboten dann in der Regel auch monatliche Grundentgelte fällig werden. Rechtlich jedoch haben diese Tarife den Vorteil, dass der Provider den Nutzer über eventuelle Tarifänderungen aktiv informieren muss, da ein dauerhafter Vertrag geschlossen wurde.

Nicht so bei Internet-by-Call ohne Anmeldung: Hier wird im rechtlichen Sinne nur für die jeweilige Einwahl ein Vertrag geschlossen. So ist der Provider auch nicht verpflichtet, seine Kunden aktiv über die Tarifänderungen zu informieren. Ausreichend ist die Veröffentlichung, zum Beispiel auf seiner Homepage. Dies kann erhebliche Konsequenzen haben: Einige Anbieter ändern in relativ kurzen Abständen ihre Konditionen, so dass bei einer unachtsamen Nutzung des Zugangs hohe Entgelte anfallen können. Hier ist vor allem das unvorhergesehene Drehen der Zeitfenster zu beachten.

Hohe Internetentgelte durch Drehen der Zeitfenster

Verschiedene Provider erlauben zu bestimmten Zeiten eine besonders günstige Einwahl, zu anderen wiederum ist der Zugang extrem teuer. Wer sich die Mühe macht, den jeweiligen Tarif genau zu beobachten, kann hier also ausgesprochen günstig surfen.

Angebote dieser Art bieten schon per se eine mögliche Kostenfalle: Bei einem unbeabsichtigten Überschreiten des jeweils günstigen Zeitfensters werden die sehr hohen Entgelte fällig. Doch damit nicht genug, denn die größte Gefahr liegt vor allem in kurzfristigen Tarifänderungen, die solche Anbieter vornehmen: Hier werden dann spontan günstige und teure Einwahlzeiten "getauscht". Wer nicht aufpasst, zahlt daher plötzlich Entgelte, die mehrere hundert Mal teurer sein können als zuvor.

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